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Versuch der Verkehrswende : Die Fahrräder werden langsam knapp

Für die Verkehrswende: Berliner Radfahrer bei einer Demo gegen den Ausbau der A100 in April Bild: dpa

In der Pandemie fragen die Deutschen so viel Fahrräder nach wie nie. Der Trend hin zum Zweirad wird von der Bundesregierung kräftig gefördert. Doch jetzt drohen Engpässe.

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          In diesem Sommer könnte es mit Fahrrädern knapp werden. Eine enorme Nachfrage steht gegen coronabedingte Engpässe in der Produktion. Im vergangenen Jahr konnten die Händler noch auf volle Lager zurückgreifen, die sind inzwischen leer. Beim Zweirad-Industrie-Verband heißt es, es werde jeder sein Rad bekommen, aber vielleicht nicht immer sein Wunschrad. „Es ist eine herausfordernde Situation, in den Betrieben der Fahrradindustrie wird derzeit viel improvisiert“, sagt David Eisenberger, im Verband verantwortlich für Marketing und Kommunikation. Hans-Peter Obermark vom Handelsverband Zweirad berichtet: „Mitunter sind derzeit Verschleißteile Mangelware wie Zahnkränze, Ketten, Bremsscheiben, sogar bestimmte Schmierstoffe, Nebenprodukte der Kerosinherstellung.“

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          Durch Corona wurde allerdings nur ein Trend verstärkt, der in den vergangenen Jahren schon erkennbar war. Das Fahrrad wird immer stärker Teil der deutschen Alltagsmobilität – gleichberechtigt neben Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln. In Deutschland gibt es fast 80 Millionen Fahrräder, mehr als sieben Millionen davon mit elektrischer Unterstützung. Allein im vergangenen Jahr wurden fünf Millionen Räder verkauft, zwei Millionen davon E-Bikes.

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