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Wechsel zur Bahn : Pofalla offenbar zu Verzicht auf Bundestagsmandat bereit

  • Aktualisiert am

Ronald Pofalla Bild: dpa

Der frühere Kanzleramtsminister will laut einem Medienbericht bei einem Wechsel zur Bahn sein Bundestagsmandat aufgeben. Im Aufsichtsrat des Unternehmens regt sich unterdessen offenbar Widerstand gegen seine Berufung.

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          Der bisherige Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) will laut einem Zeitungsbericht sein Bundestagsmandat aufgeben, sollte der Aufsichtsrat der Bahn ihn in den Vorstand berufen. Das berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Informationen aus der Unionsführung. Damit würde Pofalla auf die anhaltende Kritik an seinem angeblichen Wechsel zur Bahn reagieren.

          Der Fraktionschef der CDU im baden-württembergischen Landtag, Peter Hauk, hatte am Samstag gefordert, Pofalla solle sein Bundestagsmandat niederlegen. Aus der SPD gab es Forderungen nach einer längeren Karenzzeit, bevor Politiker in die Wirtschaft wechseln können. Bahnchef Rüdiger Grube berichtete nach „BamS“-Informationen telefonisch einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern am Freitag von der Personalie Pofalla. Dieser wolle eine „Abkühlphase“, bevor er zur Bahn komme.

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          Dagegen formiert sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge im Aufsichtsrat der Bahn Widerstand gegen die Berufung Pofallas. Teile des Aufsichtsrats wollten verhindern, dass die Führungsspitze weiter aufgebläht werde, schreibt das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Ein  Aufsichtsratsmitglied wird mit den Worten zitiert: „Unser Ziel ist es eigentlich seit längerem, die Zahl der Vorstände zu reduzieren. Deshalb wird das Upgrade für Pofalla mit Sicherheit nicht einfach durchgewinkt.“

          Dem Blatt zufolge hat Pofalla seinen Wechsel in den Bahnvorstand schon seit längerem geplant. Nach Aussage eines Bahn-Insiders werde in dem Unternehmen bereits seit mehr als einem halben Jahr darüber gesprochen, einen Vorstandsposten für Regierungskontakte zu schaffen. Dabei sei von Anfang an der Name Pofalla im Spiel gewesen, hieß es. Über die konkreten Gespräche sei aber nur ein enger Führungskreis der Bahn informiert gewesen.

          Pofalla ist im Kreisverband Kleve CDU-Ehrenvorsitzender und hatte bei der Bundestagswahl das Direktmandat geholt. Sollte er es wegen seines Bahn-Jobs abgeben, würde von der Landesliste ein CDU-Politiker aus dem über hundert Kilometer entfernten Dortmund nachrücken. Das traditionell konservative Kleve wäre dann zum ersten Mal seit 1949 nicht mehr seitens der CDU im Bundestag vertreten.

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