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Amerikanische Soldaten : Was steckt hinter der Drohung mit dem Truppenabzug?

Zwei Soldaten der amerikanischen Armee bei einer Übung in Grafenwöhr Bild: AFP

Wieder einmal heißt es, Washington könnte Soldaten aus Deutschland abziehen. Womöglich gehen sie nach Polen, wo die Regierung mit einem „Fort Trump“ lockt.

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          Schon die verbürgten Ansichten des amerikanischen Präsidenten Donald Trump stehen mit Fakten oft auf Kriegsfuß. Umso mehr Vorsicht ist bei Gerüchten geboten. Für die aktuelle Behauptung, es sei eine drastische Reduzierung der in Deutschland stationierten amerikanischen Streitkräfte befohlen worden, fand sich am Wochenende zunächst keine offizielle Bestätigung. Am Freitag hatte das „Wall Street Journal“ gemeldet, Trump wolle die Truppenpräsenz in Deutschland von derzeit 34500 Soldaten um 9500 reduzieren. Außerdem solle eine Obergrenze von 25000 amerikanischen Soldaten eingeführt werden. Der Präsident habe Verteidigungsminister Mark Esper angewiesen, den Schritt bis September zu vollziehen. Der Nationale Sicherheitsberater Robert O’Brien habe ein entsprechendes Memorandum unterschrieben. Offiziell wurde das nicht bestätigt.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Sollten die amerikanischen Streitkräfte tatsächlich um ein Viertel reduziert werden, wäre das ein gravierender Einschnitt, auch wenn in Deutschland damit keine existentielle Sorge verbunden ist. Würden amerikanische Truppen dauerhaft an die Ostflanke der Nato verlegt, etwa nach Polen, hätte das bedeutende Auswirkungen auf die Nato-Russland-Grundakte von 1997, die eine dauerhafte Stationierung von Bündnis-Truppen in den ehemaligen Staaten des Warschauer Pakts beschränkt.

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