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Gefahr für Halbmarathon? : Was man aus dem Fehlalarm in Berlin lernen kann

Ein Polizist verfolgt an der Laufstrecke den 38. Berliner Halbmarathon. Laut Angaben der Veranstalter nahmen 36.000 Menschen daran teil. Bild: dpa

Gibt es einen Terrorverdacht, darf die Polizei heute viel eher zuschlagen als früher. Doch das birgt zwei Gefahren.

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          In Zeiten tödlicher Anschläge stehen die Sicherheitsbehörden unter hohem Druck. Sie sollen das Menschenmögliche tun, um zu verhindern, was doch immer wieder passiert. Mal sind es größere Gruppen von Terroristen mit Kalaschnikows, mal Einzeltäter mit dem Küchenmesser als Tatwaffe, bei anderer Gelegenheit ein Anis Amri mit einem Sattelschlepper. Manchmal herrscht nach einer Tat zunächst Unsicherheit, woher der Angriff kam: Waren es Abgesandte des „Islamischen Staates“ oder, wie vermutlich am vorigen Wochenende in Münster, ein Lebensmüder. Viele Anschläge können verhindert werden, aber es kommt auch zu Fehleinschätzungen.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Um den Terror besser zu bekämpfen, hat der Gesetzgeber die Möglichkeiten polizeilichen Handelns in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter vor eine eventuelle Tat gelegt. Vor elf Jahren mussten die Ermittler zur Beweissicherung beim Zugriff auf die Terrorzelle „Sauerlandgruppe“ noch abwarten, bis die Attentäter anfingen, in einem Ferienhäuschen aus harmlosen Chemikalien hochexplosive Stoffe zu köcheln. Heute kann die Polizei einerseits zum Schutz der Bevölkerung sehr viel früher zuschlagen. Gleichzeitig sind Verurteilungen wegen Terror-Delikten dennoch möglich.

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