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Bundesrechnungshof : Die Macht der Erbsenzähler

Der geschwungene Treppenaufgang des Bundesrechnungshofs Bild: Edgar Schoepal

Der Bundesrechnungshof soll überall dort genau hinsehen, wo der Staat Geld ausgibt. Vorschriften machen kann er niemandem. Und doch: Seine „Bemerkungen“ sind gefürchtet.

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          Zahlen sind Macht. Zumindest dann, wenn es besonders viele Zahlen sind und nur wenige sie verstehen. Wie viel Macht der Bundesrechnungshof hat, zeigt sich auch darin, dass er sie nicht protzig zur Schau stellen muss. In einem unauffälligen Nachkriegsbau residiert er an der Bonner Adenauerallee, wo einst das Bundespostministerium untergebracht war. Kahle lange Gänge mit blassgelben Wänden und farblosem Linoleumfußboden, so blitzblank poliert, dass sich das Licht der Energiesparlampen in ihm spiegelt. Man habe schon beim Bau an eine mögliche Nachnutzung gedacht, erzählt man sich, falls Bonn seine Rolle als Hauptstadt schneller wieder verloren hätte. Aus dem Gebäude wäre dann ein Krankenhaus geworden. Ein Vorbild an vorausschauender Sparsamkeit.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

          Der Bundesrechnungshof ist eine eigentümliche Einrichtung im deutschen Staatsgefüge. Über die Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes soll er wachen, so steht es im Grundgesetz. Einmal im Jahr veröffentlicht er seine Ergebnisse, „Bemerkungen“ werden die in aller Zurückhaltung genannt. Die Prüfer listen darin auf, wo der Bund überall Geld verschwendet und versickern lässt. Ein paar Kuriositäten sind stets dabei, etwa dass die Bundeswehr ihre eigenen Sprengmittelbestände gar nicht kennt. Kurz danach ist meist wieder Ruhe. Gewaltiger ist das Ruckeln, wenn Prüfungsergebnisse ans Licht kommen, die noch gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

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