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Politik und Alltagsästhetik : Was an Deutschland schön ist – und warum

Wie gemalt: Ein Baum steht unterhalb der Burganlage im hessischen Münzenberg an der Kreuzung zweier Wege. Bild: dpa

Ein Soziologe und eine Journalistin haben zusammengetragen, was sie an Deutschland schön und typisch finden. Und sie haben festgestellt: Alles Schöne hat auch immer eine hässliche Seite.

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          „Schön deutsch“ ist der Titel eines Buches, das an diesem Montag erschienen ist. Darin tragen der Soziologe Dirk Kaesler und die Journalistin Stefanie von Wietersheim in achtzehn Kapiteln zusammen, was aus ihrer Sicht Deutschsein ausmacht und was sie daran toll finden und manchmal auch weniger toll. Kaesler sagt: „Wir haben uns da echt etwas von der Seele geschrieben.“

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Themenauswahl ist denkbar subjektiv, und es geht wirklich kreuz und quer durch das Land, mal im Überflug, mal mit der Lupe. Es geht um Siezen und Duzen, deutsches Essen und deutsche Gerüche, Achselhaare, Männermode, Plunderteilchen in der „Tortenglocke“ aus Plastik, den Handkuss mit zusammengeschlagenen Hacken, das deutsche Frühstück, Helene Fischer und Beate Uhse. Es gibt Porträts von Orten: München, Hiddensee, Hamburg und Potsdam. Das Lieblingskapitel der Autoren, die beide in Chören singen, behandelt deutsche Kirchenmusik oder genauer gesagt die Barockmusik von Bach und Händel, dem Komponisten aus der Provinz und dem Weltmann. Im Vorwort heißt es: „Gibt es so etwas wie eine deutsche Alltagsästhetik, eine besondere Vorstellung von Schönheit, die es nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt gibt?“ Über die Auswahl – die Autoren nennen es eine „Wunderkammer voller Trouvaillen“ – haben die beiden lange gestritten. Und überhaupt ließe sich auch jetzt noch darüber streiten.

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