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Pegasus : Ein Spion der unbegrenzten Möglichkeiten

Auch in Delhi protestierten am 19. Juli 2021 Menschen gegen Überwachung. Bild: Getty

Auf der ganzen Welt sollen autoritäre Regierungen Journalisten und politische Gegner überwacht haben. Besondere Brisanz erhalten die Vorwürfe durch eine angebliche Verbindung zum Mordfall Khashoggi.

          5 Min.

          In der griechischen Mythologie ist Pegasus ein geflügeltes Pferd, das Blitz und Donner zu Zeus brachte. Das israelische Technologieunternehmen NSO Group hat ihrer leistungsstärksten Spionagesoftware den Namen dieses Fabelwesens gegeben – angeblich, weil sie leicht dahin fliegen kann, wo die Arbeit verrichtet wird: auf das mobile Endgerät, sprich Smartphone, eines Nutzers. Dort kann Pegasus, ein Trojaner, Dinge tun, die der Albtraum eines jeden Nutzers sind. Die Software kann sämtliche Daten, etwa E-Mails, Fotos, Kalendereinträge, den Browserverlauf und Telefonate speichern, sogar in Chats von Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Signal eindringen, weil es die Daten direkt auf dem Gerät, also vor der Verschlüsselung, abgreift. Pegasus kann selbst das Mikrofon und die Kamera eines Geräts ein- und ausschalten, und so das Handy in eine Wanze verwandeln, die alles aufnimmt und filmt, was in der Nähe des Geräts gesagt wird und sich abspielt. Die erbeuteten Daten werden dann offenbar an den Server des NSO-Kunden gesendet.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die entscheidende Frage angesichts solcher fast unbegrenzten Möglichkeiten der Überwachung ist, an wen dieser Trojaner verkauft wird und was die Käufer damit machen. Nach Angaben von NSO ist Pegasus dafür gedacht, gegen Terroristen und Kriminelle eingesetzt zu werden. So könnten die Kunden, bei denen es sich ausschließlich um staatliche Stellen handele, also Polizeibehörden, Geheimdienste und Militär, Terrorakte verhindern.

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