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Flüchtlingsdebatte in Cottbus : Die Musterstadt will Grenzen ziehen

„Den öffentlichen Raum“ verteidigen, das wollen die Teilnehmer der Demo des Vereins „Zukunft Heimat“ in Cottbus. Aber ist das wirklich notwendig? Bild: Michael Helbig

Cottbus galt als Vorbild für die Aufnahme von Flüchtlingen. Doch jetzt mehren sich die Stimmen, die sagen: Damit Integration funktioniert, braucht es eine Pause.

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          Cottbus habe nun Weltberühmtheit erlangt, sagt Hans-Christoph Berndt. Weil die Stadt gesagt habe: Es ist genug. Viele der zwanzig Menschen rund um den Tisch nicken. Sie haben sich am Donnerstagabend im Untergeschoss eines Restaurants im Ortsteil Gallinchen getroffen zum Stammtisch der „Wutbürger“, wie Berndt, der Initiator, leicht ironisch sagt. Die meisten sind Männer zwischen Anfang dreißig und Mitte vierzig, einige ältere Herren sind dabei, drei Frauen. Die Lage in der Stadt sei immer noch aufgeheizt, sagt Corinna.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Sibylle, eine gelernte DDR-Bürgerin, wie sie sich nennt, war nie politisch aktiv. Aber jetzt reicht es ihr. Schon seit zwei Jahren könne sie sich nicht mehr sicher durch die Stadt bewegen wegen der Flüchtlinge. „Wir hätten viel früher reagieren müssen“, sagt ein Mann. Doch habe er in den letzten Jahren einen Betrieb aufgebaut und erst einmal den Kredit zurückzahlen müssen. Ein älterer Herr mit weißem Vollbart sagt, schuld an allem sei nur die „Schlepperkönigin“ Merkel.

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