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Studie zu Schülerstreiks : Der Greta-Effekt

  • -Aktualisiert am

Von Greta inspiriert: „Fridays For Future“-Proteste in Düsseldorf. Bild: Reuters

Forscher haben untersucht, welche Motive Schüler zur Teilnahme an den „Fridays For Future“-Protesten bewegen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Demonstranten offenbar idealistischer sind, als ihre Kritiker annehmen.

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          Unter dem Motto „Fridays For Future“ streiken jeden Freitag weltweit Tausende Schüler, um sich für mehr Klimaschutz einzusetzen. Neben viel Ermunterung und Zustimmung wurde den Schülern als Reaktion auch heftige Kritik zuteil – gerade weil sie wegen der Proteste dem Schulunterricht fernbleiben. So sagte Christian Linder (FDP), man dürfe Schulschwänzen nicht „heiligsprechen“. Auch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, sie hätte ihren Kindern keine Entschuldigung für die verpasste Zeit in der Schule geschrieben.

          Forscher von der Universität Konstanz nahmen diese Stimmen zum Anlass, um zu untersuchen, wie wichtig den Demonstranten das Schulschwänzen wirklich ist. Gemeinsam besuchte ein Team aus Wissenschaftlern, Studenten und Schülern einen Streik der „Fridays For Future“-Bewegung in Konstanz und befragte dort 145 Teilnehmer.

          Ihre Studie zeigt, dass die Schüler vor allem auf die Straße gehen, damit sie ihren politischen Forderungen Nachdruck verleihen können. Lediglich zehn Prozent der Befragten gab an, die Streiks als gute Gelegenheit zu sehen, um nicht in die Schule gehen zu müssen. 95 Prozent der Schüler nannten dagegen als wichtigste Motivation den Glauben, mit ihrem Engagement etwas verändern zu können. Die überwiegende Mehrheit der Demonstranten (83 Prozent) ist sogar bereit, wegen des Protests Sanktionen durch ihre Schule, wie etwa Nachsitzen, hinzunehmen.

          Der Soziologe und Organisationsforscher Sebastian Koos, der die Kurzstudie verantwortet, erklärt sich diesen Befund mit dem Grundinteresse der Schüler: „Das Fundament ist da: Schüler sind heute gut informiert, an Nachhaltigkeitsthemen interessiert und über den Zustand der Welt empört.“

          Für eine große Bewegung wie „Fridays For Future“ benötige es dann nur noch ein Vorbild wie die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg. Sie zeige, dass „das eigene Engagement etwas bewirken kann.“ Dieses Phänomen nennt der Forscher den „Greta-Effekt“.

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