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Strafverteidiger der Clans : Clans, Rock ’n’ Roll und schwere Jungs

Der Rapper Bushido 2014 im Amtsgericht in Berlin neben seinem Anwalt Stefan Conen. Er soll ein Jahr zuvor einen Fan mit einem Schuh geschlagen haben. Bild: dpa

Er stand dem Rapper Bushido und dem Clanchef Abou-Chaker bei. Strafverteidiger wie Stefan Conen stoßen oftmals auf Unverständnis. Sie pochen auf einen Rechtsstaat, den ihre Mandanten verachten. Was treibt sie an?

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          Er hat den Rapper Bushido verteidigt, als ihn noch kaum jemand kannte. Auch später, als Bushido ein Star war und sich wegen vermeintlicher Beleidigungen bekannter Politiker in seinen Songs verantworten musste, war er sein Anwalt. Arafat Abou-Chaker, den Berliner Clan-Chef, hat er mehrfach vor Gericht vertreten. Der Intensivtäter Nidal R., der im vergangenen Jahr in Berlin-Neukölln am helllichten Tag erschossen wurde, war einst ein Mandant von ihm. Stefan Conen ist Strafverteidiger in Berlin.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Strafverteidiger sind die Schmuddelkinder unter den Juristen. Sie stehen Menschen bei, denen sonst Abscheu entgegenschlägt. Sie müssen dahin gehen, wo es unbequem ist: ins Gefängnis, wo ihre Mandanten sitzen, in den Gerichtssaal, wo sie den Angehörigen der Opfer ins Auge sehen müssen. Strafverteidiger haben nicht das Einkommen eines Wirtschaftsanwalt und nicht die Sicherheiten eines Richters. Aber was die meisten haben, ist eine hohe Wertschätzung für ihren Beruf: die „Rock’n’Roller des Rechts“, so hört man zuweilen. Die, die auf der richtigen Seite stehen. Gemeint ist damit die Seite des Rechtsstaats.

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