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Was die SPD so sang : Viele schreiten Seit an Seit

Die SPD singt, hier Ende August 2005 mit Gerhard Schröder bei einem SPD-Kongress in Berlin Bild: Getty

Ein sozialdemokratisches Kampflied hat eine wechselhafte Geschichte. Sein Autor bedichtete auch Hitler und wurde von den Nazis mit Preisen überhäuft.

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          Wann wir schreiten Seit an Seit“ ist noch immer der Popsong der Sozialdemokraten. Auf Bundesparteitagen wurde das Lied seit 1960 gern gesungen. Wer das dort aus voller Kehle schmetterte, dürfte kaum daran gedacht haben, was das Lied eigentlich sagt, wer es geschrieben hat und welche Geschichte sich damit verbindet. „Wann wir schreiten Seit an Seit“ gilt heute sogar als ur-sozialdemokratisch, genau wie „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“. Aber weder auf das eine noch auf das andere trifft das zu. „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ ist in seinem Ursprung russisch. Und über „Wann wir schreiten Seit an Seit“ sei hier ausführlicher berichtet, weil es einen Anlass gibt: den aktuellen Umgang mit Geschichte, wenn unliebsame Namen gewechselt und ungeliebte Denkmäler gestürzt werden.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Sozialdemokraten singen auf ihren Parteitagen das Lied derzeit auch nicht mehr, ein Auftrag, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen, ging an das SPD-Geschichtsforum. Würde es gar nicht mehr gesungen, wäre es sehr schade, denn es ist ein schönes Lied. Zumal sich an ihm auch zeigen lässt, wie kompliziert mitunter Geschichte verläuft und ein an sich harmloser Vers zu einem Kampflied werden kann, noch dazu gesungen von Freund wie Feind. Zu allem Überfluss wechselte sogar der Autor selbst zwischen Freund und Feind.

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