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Kinder in Quarantäne : Was deutsche Behörden Familien in der Pandemie androhen

Corona stresst Kinder: An einer Straßenbahnhaltestelle versucht eine Mutter erfolglos, ihrem Nachwuchs eine Schutzmaske anzuziehen. Bild: Karsten Thielker

Keine gemeinsamen Mahlzeiten, Isolation im Kinderzimmer – und zur Not zwangsweise Absonderung. So drohen Behörden Familien, deren Kinder Kontakt mit Infizierten hatten. Der Kinderschutzbund fordert eine Klarstellung von Gesundheitsminister Spahn.

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          In mehreren Städten fühlen sich Eltern durch das robuste Vorgehen von Behörden in der Corona-Pandemie verunsichert. Ihre Kinder hatten in Schule oder Kita Kontakt zu einer positiv auf das Virus getesteten Person gehabt und wurden unter häusliche Quarantäne gestellt. Die Behörden gingen aber noch weiter. Sie verlangten, dass die Kinder möglichst auch innerhalb des Haushalts vom Rest der Familie separiert werden sollten. Und sie drohten mit Bußgeldern von mehreren tausend Euro oder gar mit Kindesentzug, sollten die Auflagen nicht befolgt werden. Elterninitiativen, Fachleute und der Kinderschutzbund verurteilen diese Praxis.

          Stefan Tomik

          Redakteur in der Politik.

          Im Juli war in Bruchsal im Kreis Karlsruhe eine Grundschullehrerin positiv getestet worden, 46 Kinder mussten in häusliche Quarantäne. Den Eltern der Viertklässler schrieb die Stadt, im Haushalt sei „nach Möglichkeit“ eine „zeitliche und räumliche Trennung von anderen Haushaltsmitgliedern“ einzuhalten. Sei ein Kontakt dennoch „unumgänglich“, solle „ein Mund-Nasen-Schutz (Mindeststandard FFP1) enganliegend“ getragen werden. Kuscheln und Gute-Nacht-Geschichte nur mit Gesichtsmasken? Für den Fall der Zuwiderhandlung wurde mit Geldbuße und Freiheitsstrafe gedroht. Dann sei auch „eine abgeschlossene Absonderung aufgrund des Bevölkerungsschutzes in einer geeigneten geschlossenen Einrichtung erforderlich“.

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