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Konflikt um Helmut Kohl : Im Reich des Schmerzes

Der Umgang mit dem Tod von Helmut Kohl wird immer mehr zu einer politischen Angelegenheit Bild: dpa

Der innerfamiliäre Konflikt um Helmut Kohl droht in die Politik auszugreifen. Doch er muss eingehegt bleiben. Denn es kommt nun darauf an, dem Altkanzler in Würde das letzte Geleit zu geben.

          Wo liegen die Wurzeln des archaischen Hassausbruchs im Hause Kohl? Man kommt nicht umhin, sich diese Frage zu stellen. Auch, wenn man es gar nicht möchte. Denn am besten wäre es doch, sich nach gutem alten Brauch dafür nicht allzu sehr zu interessieren. Das Private ist die Sphäre ursprünglichsten Vertrauens, höchster Ansprüche, aber auch tiefster Verletzungen. Wenn dieser Schonraum nicht mehr funktioniert, sollte er dennoch nicht aus bloßer Neugier von außen durchdrungen werden. Die ohnehin lädierten Betroffenen macht das schutzlos.

          Volker Zastrow

          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das gilt auch für Personen des öffentlichen Lebens, ganz besonders für Politiker, die ja nicht wie Stars das Licht der Öffentlichkeit suchen, sondern deren Beruf die res publica, die öffentliche Sache, ist. Ihr Privatleben sollen sie auf deren Altar nicht zum Opfer bringen. Deshalb war es jahrzehntelang guter Brauch in unserer Republik, diese Sphären getrennt zu halten und das Privatleben von Politikern zu schonen. Das gilt auch über den Tod hinaus. Erst recht, wenn der Verstorbene noch nicht einmal unter der Erde ist.

          Abschied darf nicht zu einem würdelosen Schauspiel werden

          Aber so einfach ist das nun leider nicht mehr. Der seit Jahren andauernde Familienzwist im Hause Kohl hat sich mit der Frage der Beisetzung verknüpft, seit die Behauptung in die Welt gesetzt wurde, Kohls Witwe Maike Kohl-Richter habe eine Trauerfeier im europäischen Rahmen für den Kanzler der Einheit veranlasst, um seine Nachfolgerin daran zu hindern, beim Staatsakt für den Verstorbenen zu sprechen.

          So wurde die Sache zu einem Rachefeldzug eines rachsüchtigen Kanzlers und seiner rachsüchtigen Witwe hochstilisiert und damit, wieder einmal, gleichzeitig Deutschland gegen Europa ausgespielt – schier das Gegenteil dessen, wofür Helmut Kohls Name für immer stehen wird. Für ihn waren deutsche und europäische Einheit eins, wie er oft genug gesagt hat. Zwei Seiten derselben Medaille. Sein kleines Einmaleins.

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          Stattdessen noch das traurige Schauspiel vor dem Bungalow in Ludwigshafen-Oggersheim, wo Kohls Sohn Walter, begleitet von seinem Sohn und seiner Nichte, unter den Augen der Kameras vergeblich Einlass begehrte. Der Kanzlersohn wurde schließlich von der Polizei vom Grundstück geleitet, Hausverbot, beschämend für alle Beteiligten, sogar für noch so ferne Zuschauer. Später folgte die Erklärung des langjährigen Anwalts von Helmut Kohl und seiner Witwe, der den Auftritt des Sohnes als inszenierten Eklat bewertete. Sodann, als einstweilen letzter Schritt im Trauerspiel, erklärte Walter Kohl, dass er an der Beisetzung in Speyer nicht teilnehmen werde. Sein Vater gehöre in dasselbe Grab wie seine Mutter, also nach Ludwigshafen-Friesenheim. „Hannelore Kohl darf nicht einfach weggekürzt werden.“

          Freilich hat Helmut Kohl über seine letzte Ruhestätte schon vor Jahren entschieden. Diese Angelegenheit verband Walter Kohl dann wiederum mit der Politik, nämlich der Forderung nach einem Staatsakt in Berlin – zusätzlich zu den Feierlichkeiten in Straßburg. Über diesen an sich guten Vorschlag ist allerdings die Zeit wohl schon hinweggegangen. Einmal davon abgesehen, dass die staatlichen Organe, wenn sie in dieser Frage eine Entscheidung gegen den Willen der Witwe treffen würden, faktisch Partei in einem privaten Konflikt ergriffen. Das kann kein gangbarer Weg sein.

          So wird es wohl bei dem von Volker Kauder eingeführten Kompromiss eines zusätzlichen ökumenischen Gedenkgottesdienstes in Berlin bleiben. Damit wird dann immerhin dem gut begründeten Bedürfnis nach einer Zeremonie in der Hauptstadt ein Stück weit Rechnung getragen. Denn es ist ja nun nicht zuletzt die Hauptstadt gerade durch Kohl wieder in ihren historischen Rang versetzt worden. Es ist für einen würdevollen Umgang mit dem Tod des Großen allerdings nötig, dass der innerfamiliäre Konflikt eingehegt bleibt. Er darf nicht in die Politik ausgreifen. Der Abschied von Helmut Kohl darf nicht zu einem würdelosen Schauspiel werden.

          Zu einer privaten Lösung sind die Beteiligten offenbar längst nicht mehr fähig. Hier regiert der Schmerz. Und in dessen Hoheitsgebiet hat die Vernunft wenig zu melden. Es ist indes beileibe keine Seifenoper, wenn Hinterbliebene einander tiefe Seelenwunden schlagen. Deutschland verdankt dem verstorbenen Bundeskanzler viel. Darüber waren sich in der letzten Woche anscheinend alle einig. Schon deshalb schuldet das Land auch Kohls Kindern, seiner verstorbenen ersten Frau und seiner Witwe Wertschätzung. Wer sie ihnen entgegenbringt, dem kann ja nicht entgehen, wie sehr alle Beteiligten leiden.

          Altbundeskanzler Helmut Kohl im August 2005

          Es ist nicht schwer, sich in einen Sohn hineinzufühlen, dem vor aller Augen der Einlass in das Haus seines toten Vaters verwehrt wird und der sich danach noch öffentlich vom Anwalt der Witwe zurechtgewiesen sieht. Aber ebenso leicht kann man sich auch in Maike Kohl-Richter versetzen, die sich am Sarg des Ehemannes zum Objekt eines mutwillig und respektlos herbeigeführten Skandals gemacht sah – hat doch Helmut Kohl vor Jahren schon jeden Kontakt zu den Söhnen abgebrochen und sich dazu auch öffentlich bekannt.

          Sein Haus haben sie auch in dieser Zeit bereits nicht mehr betreten wollen oder dürfen. Und noch leichter ist es, sich in den Sohn und die Nichte Walter Kohls hineinzuversetzen, die da den gleichgültig gierigen Kameras zur Beute gemacht wurden. Es stand ihnen ja in die Gesichter geschrieben.

          Warum hat die Witwe denn nicht einfach die Tür aufgemacht? Warum hat denn Walter Kohl seinem eigenen Sohn und seiner Nichte angetan, was er seinem Vater in seinem Abrechnungsbuch in vielen Variationen vorwarf?

          Es sind nicht unsere Fragen. Es geht uns alle nichts an.

          Das Gesicht der Familie ist nun der Schmerz

          Die Antwort ist sowieso dieselbe: Hier herrscht der Schmerz. Familienkrieg. Darauf hat die Familie Kohl nun wahrlich nicht das Patent. Aber Schutz davor genießt auch die Familie eines großen Staatsmannes nicht. In wie vielen Familien brechen unheilbare Zwistigkeiten aus, wenn neue Ehepartner im Spiel sind, noch gar Ehepartner im Alter der Kinder! Wie oft beginnt schon am Sarg der Streit um das Erbe – in dem es in Wahrheit um etwas ganz anderes geht, um die tiefsten Enttäuschungen. Das alles ist niederschmetternd, und doch so gewöhnlich.

          Erklären lässt es sich vielleicht am besten an einem anderen Beispiel, dem Tod eines Kindes. Daran zerbrechen viele Ehen. Man denkt: Ist es denn so nicht schon schrecklich genug, müssen sie sich auch noch trennen? Doch immer wieder kommt das vor, und es vollzieht sich ebenfalls unter der Herrschaft des Schmerzes. Ehepartner erwarten voneinander Trost und Hilfe, aber können beides in solch einer Situation oft nicht mehr geben. Wie auch? Es gibt kein Mittel gegen diesen Schmerz.

          Hausverbot: Als er am 21. Juni Einlass in den elterlichen Bungalow in Oggersheim begehrt, steht Walter Kohl (l.), der Sohn des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl, gemeinsam mit seinem Sohn und seiner Nichte vor verschlossenen Türen

          So mischt sich dann noch die Enttäuschung über den anderen hinein. Warum kann er ihr, warum kann sie ihm nicht helfen? Das mag zu stiller Entfremdung führen, aber auch zu Streit, in dem ein Wort das andere gibt. Schließlich klagt einer den anderen an, schuld zu sein an seinem Schmerz, wenn nicht gar schuld am Tod des Kindes. Sind solche Linien erst einmal überschritten, kann man den Weg zurück kaum mehr finden. Der Schmerz hat ein Gesicht. Es ist das Gesicht des anderen. Das Gesicht der Familie ist nun der Schmerz.

          Die Öffentlichkeit verstärkt die innerfamiliären Konflikte

          Das ist in der Familie Kohl passiert. Eine Katastrophe. Und sie ist klar benennbar: der Suizid Hannelore Kohls vor nun sechzehn Jahren, Anfang Juli 2001. Sie nahm sich das Leben mit 68 Jahren, allein in jenem Oggersheimer Bungalow. Ihr Mann und die Söhne waren nicht bei ihr. Es bedarf keiner ausufernden Phantasie, um sich die quälenden Schuldgefühle der Hinterbliebenen auszumalen.

          Es heißt, der Grund für Hannelore Kohls Entscheidung seien die Schmerzen und die Einschränkungen gewesen, denen eine Lichtallergie sie unterwarf. Andere sprechen angesichts des unklaren Krankheitsbildes von einer Depression. Doch schließlich wurde auch der Tod dieser Frau politisch instrumentalisiert: Ein Leben an der Seite des Bundeskanzlers habe sie hineingetrieben, oder, mit umgekehrter Stoßrichtung, die dauernde Schmähkritik an ihm und ihr.

          So oder so wurde damit Helmut Kohl öffentlich der Tod seiner Frau angelastet. Derart nämlich wirkt Öffentlichkeit: wie ein Verstärker, und umso gewaltiger, je bekannter, berühmter oder bedeutender die Person ist, um die es dabei geht. Auch derzeit verstärkt das politische Magnetfeld mit seiner Polarität diese familiären Konflikte – und die Beteiligten ihrerseits nutzen die Öffentlichkeit als Waffe. Das hat vor allem Walter Kohl so betrieben.

          Sprach im Jahr 2011 das letzte Mal mit seinem Vater: Sohn Walter Kohl

          Es gibt kein Vertun: Er hat seinen Vater öffentlich für den Tod der Mutter verantwortlich gemacht. Und auf eine seltsam verquere, eben psycho-„logische“ Weise zugleich dessen zweite Frau, die 2008 die Stelle der Verstorbenen eingenommen hat. Es spricht vor allem Verzweiflung daraus, auf beiden Seiten. Auch hier: Man kann den Sohn verstehen, genauso wie den Vater. Es sind diese Linien, hinter die es, sind sie erst einmal überschritten, ohne Hilfe kein Zurück mehr gibt. Und meistens nicht einmal mit.

          Eine Familienkatastrophe

          Eine Familienkatastrophe. Im Wortsinn gewöhnlich. Es stimmt nicht, dass jede unglückliche Familie auf ihre eigene Weise unglücklich ist: Sie sind es alle auf dieselbe. In ihnen herrscht der Schmerz.

          Ein Schmerz von langer Hand, in diesem Fall. Hannelore Kohls Leiden mögen durch vielerlei verstärkt worden sein, was mit der Karriere ihres Mannes, ihrer Rolle als meist alleingelassene Hausfrau und Mutter und den Bösartigkeiten der Politik zu tun hatte. Vermutlich war es kein Zufall, dass sie ihr Leben auslöschen wollte, als all das wieder zurückkehrte. Als Kanzler war Kohl schon abgewählt, man brachte ihm aber alsbald immer mehr Anerkennung entgegen. Doch dieser Friede währte nur kurz, dann kam die Spendenaffäre. Und alles ging wieder von vorne los.

          Was mag in diesen Jahren in Hannelore Kohl, geborene Renner, hochgekrochen sein? Zwölf Jahre war sie alt, als die Russen in Leipzig einrückten. Sie wurde von den Soldaten gleich mehrfach vergewaltigt und dann einfach zum Fenster hinausgeworfen. Auch ein Rückenleiden blieb davon für immer nach. (Ich muss, während ich das schreibe, würgen beim Gedanken an all die abschätzigen Sprüche, die ich über sie gehört habe, während Kohl noch regierte. Und dass ich selbst anders gesprochen hätte, dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Frau Kohl wirkte immer so künstlich.)

          Ja, sie wirkte künstlich aus der Ferne. Sie hielt ihre Züge wie mit Haarspray zusammen und schwieg über diese Dinge. So viele Mädchen und Frauen ihrer Generation hatten das erlitten. Das Bild von ihr, später, war ungerecht, richtig gemein. Außerdem: Sie wurde eben nur als ein Teil von Helmut Kohl wahrgenommen. Wer ihn bekämpfte, bekämpfte sie mit. Wer sie herabsetzte, machte ihn runter.

          Kohls Schmerzempfindlichkeit fiel nicht auf

          Und das alles ging wieder los mit der Spendenaffäre. Sogar der Ehefrau versuchte man nun Schiebereien mit Geld anzudichten. Die Kinder waren aus dem Haus. Hannelore Kohl war meistens allein. Und wo war ihr Gatte? Er blieb in dieser Zeit oft in Berlin. Trotz allem konnte er dort immer noch in der Wärme seines Ruhmes baden. Es kamen auch jetzt noch Besucher aus aller Welt. Nicht selten wärmte er sich selbst mit seinen Worten. Sie dagegen blieb allein in ihren dunklen Räumen. Beide waren sie Kriegskinder. Man liest dieser Tage immer: Er war der letzte Kanzler, der den Krieg noch kannte.

          Ja, er war noch ein Kind, und er roch verbranntes Menschenfleisch. Sein Bruder starb als Soldat. Der Sohn Walter ist nach ihm benannt. Solche Schatten, solche Erinnerungen fliehen das Licht, aber man kann sie nicht abwerfen. Es sind die Schatten im Dunkeln. Sie hocken auf der Brust wie Dämonen, wenn man schwach und allein ist. Fast alle aus dieser Generation kennen das. „Que pleurent dans la nuit nos cœurs à l’unisson.“ Unsere Herzen weinen einstimmig in der Nacht, heißt es bei Louis Aragon.

          Große Politiker als kleine Menschen zu sehen fällt schwer. Dem steht zum einen entgegen, dass mit ihnen, an ihnen und um sie sich alles in Politik verwandelt. Zum anderen, dass sie eben groß sind und wir sie uns anders denken möchten, als wir uns selbst denken. In dieser Woche nach dem Tode Kohls liest man so viel von seiner Größe! Ja, er war groß. Eben auch körperlich. So groß, so stark, ein schöner junger Mann, einen Kopf größer als die anderen, Hannelores „italienischer Eisverkäufer“, selbstbewusst bis zum Gehtnichtmehr. Auch darin also groß. Die Kehrseite davon: unbedingter Anspruch auf Loyalität, Zorn auf die Undankbaren, die Verbrecher und Verräter, Rachsucht.

          Aber stimmt das wirklich? Ja, er hatte diesen Zorn; das Unversöhnliche lebt auch in dem Familienkonflikt weiter. Doch Rachsucht? Das geht zu weit, das trifft es nicht. Geschimpft hat er. Kohls Gabe, Menschen an sich zu binden, war allerdings seine Wärme. Sie konnte einen auf Anhieb entwaffnen und ergreifen. Weil sie echt war. Ein Riese, der förmlich dazu einlud, sich anzulehnen. Aber ein Superheld war er nicht. Superhelden gibt es nicht. Unverwundbarkeit gibt es nicht. Weil Kohl so war, wie er nun einmal war, fiel seine Schmerzempfindlichkeit nicht auf. Sie wurde mit allen möglichen anderen Eigenschaften verwechselt. Doch es war Verletzlichkeit, und sie erklärt so viele seiner Reaktionen und auch Überreaktionen. Das verstanden, versteht man Helmut Kohl besser – den Mann, der seinen Körper jovial als Ochsen beschrieb. Alle Kanzler haben ihr Image geprägt. Meist sehen wir sie so, wie sie sich sahen. Helmut Kohl sah sich selbst – stark.

          In Kohls Vision von Europa steckt ein Mut zur Hoffnung

          Mit 15 sollte er Flakhelfer werden, doch der Krieg war dann plötzlich vorbei. Zu Fuß machte er sich auf den Weg nach Hause. Er ging nach vorn. Kohl ist kein Mensch gewesen, der sich in seinen Schmerz versenkt hat. Das band Hannelore an ihn. Diese Kraft, dieser Mut, die Bewegung nach vorn. Niemand, der die beiden kannte, hat je bezweifelt, dass er sie liebte. Ihr Abschiedsbrief sagte dasselbe. Auch wenn unglückliche Familien einander gleichen, so gehen Menschen doch sehr unterschiedlich mit ihrem Unglück um. Kohl ging einfach weiter. Sicher auch nach oben, in die Kraft, die Macht. Aber eben auch nach vorn, in den Idealismus.

          Man sollte Kohls Vision von Europa nicht bloß als Konzept und Konstrukt eines, gar noch bedenkenlosen, Kraftmeiers begreifen. Nicht nur als eine Art Architektur mit Statikfehlern. Nein, Kohls Vision von Europa ist ein politisches Ideal. Es steckt ein Mut zur Hoffnung darin, und der ist nun wieder ein großes Beispiel. Denn ohne Idealismus, ohne die Gewissheit, dass man es besser machen kann, ohne das Vertrauen, dass das Schlechte gut werden kann, gibt es keine gute Politik. Sondern bestenfalls Verwaltung. Idealismus dagegen ist die Vernunft der Hoffnung.

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          So wird der lange Lebensweg von Helmut Kohl, jener Fußmarsch, auf den er sich als Junge 1945 in Berchtesgaden machte, am Ende nun also über Straßburg nach Speyer führen. Dabei bleibt Wünschenswertes auf der Strecke: ein großer Staatsakt in Berlin. Doch kommt es nun vor allem darauf an, dem Kanzler der Einheit in Würde das letzte Geleit zu geben. In Würde und in Dankbarkeit. Vielleicht kann so am Ende auch noch etwas Friede in die Familie Kohl einziehen. Straßburg und Speyer, das sind nicht die schlechtesten Orte.

          Sie umspannen mit symbolischer Präzision Kohls Wirkungskreis zwischen Europa und seiner vielgeliebten Pfalz. Dazwischen, wie einst bei Adenauer, das Geleit über den Rhein, den Strom, der Deutschland und Frankreich in Krieg und Frieden verbindet. Dass auf französischem Boden die Völker Europas einem deutschen Bundeskanzler die Ehre erweisen, dass der französische Präsident und die deutsche Bundeskanzlerin im Europäischen Parlament zu Straßburg gemeinsam an seinem Sarg stehen werden, das wird bleiben. Es ist noch gar nicht so lange her, da musste jemand, der so etwas für möglich gehalten hätte, mit Wolf Biermann gesprochen, vor Hoffnung verrückt sein.

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