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Zustände in Schlachtbetrieben : Werkverträge haben nichts mit Corona zu tun, oder?

In den Schlachthöfen von Tönnies kam es zu lokalen Ausbrüchen des Coronavirus. Das Unternehmen soll für die Schäden zahlen, fordern Politiker. Bild: dpa

Kein Arbeiter ist besonders anfällig für Corona, weil er nur „eingekauft“ ist. Trotzdem geht die Politik nun gegen die Strukturen in der Schlachtindustrie vor. Die SPD jubelt. Sie hätte das gerne schon vor Jahren getan.

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          Was haben Corona und Werkverträge miteinander zu tun? Eigentlich nichts. Kein Arbeiter ist besonders anfällig für das Virus, nur weil er nicht direkt in der Firma angestellt ist, in der er arbeitet, sondern „eingekauft“ wird. Und doch, als es in mehreren großen deutschen Schlachtbetrieben Corona-Ausbrüche gab, zuletzt beim Marktführer Tönnies in Nordrhein-Westfalen, lautete die Antwort der Politik: Werkverträge in der Fleischindustrie verbieten. Ein entsprechender Gesetzentwurf aus dem Bundesarbeitsministerium liegt vor, noch im Juli könnte ihn das Kabinett beschließen, im September oder Oktober der Bundestag. Spätestens zum neuen Jahr soll das Verbot gelten.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          In der Begründung für den Gesetzentwurf heißt es: „Die Covid-19-Pandemie wirkt wie ein Brennglas, unter dem die Probleme sichtbar werden.“ Ungünstige Arbeitsbedingungen seien auch eine gesundheitliche Gefährdung für die Arbeiter. Zuständig ist SPD-Minister Hubertus Heil. Und der macht kein Hehl daraus, worum es ihm eigentlich geht: „Ausbeutung darf in Europa nicht Geschäftsmodell sein. Deshalb will ich den Missbrauch der Werkverträge in der Fleischbranche beenden.“ Heil weiß seine Partei dabei begeistert hinter sich. Was die Union angeht, ist das anders, die hatte sich immer gewehrt, der Fleischindustrie weitere Vorschriften zu machen. Schließlich geht es hier um die umsatzstärkste und beschäftigungsintensivste Branche der Lebensmittelindustrie.

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