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Flutkatastrophe : Mit dem Klimawandel leben

  • -Aktualisiert am

Aufräumarbeiten am Sonntag in Schuld Bild: EPA

Die klimapolitische Debatte dreht sich meist um Reduktionsziele. Bis die wirken, kann es aber Jahrzehnte dauern. Wir müssen unser Leben anpassen.

          1 Min.

          Die Bundeskanzlerin hat recht. Deutschland ist ein starkes Land, es kann Katastrophen wie die großen Fluten der vergangenen Tage bewältigen. Deshalb sollten jetzt erst einmal die Nöte der betroffenen Orte und ihrer Bürger im Vordergrund stehen. Eine umfangreiche Soforthilfe, wie sie die Bundesregierung angekündigt hat, ist notwendig, und man sollte alles tun, um den Wiederaufbau so schnell wie möglich in Gang zu bringen.

          Schwieriger wird es bei der Frage, welche Schlüsse aus den Überflutungen (und der Dürre in früheren Jahren) für die deutsche Klimapolitik zu ziehen sind. Die dreht sich vornehmlich um Reduktionsziele, was gegen akute Extremwetterlagen auf absehbare Zeit aber wenig ausrichten wird. Die Dekarbonisierung der deutschen Wirtschaft, die außer der AfD praktisch alle Parteien wollen, wird Jahrzehnte dauern.

          Andere müssen mitziehen

          Und da auf Deutschland nur zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen entfallen, wird sich an unserem Wetter sowieso nur etwas ändern, wenn China, Amerika, Russland, Indien und Japan mitziehen, um nur die größten Verschmutzer der Erdatmosphäre zu nennen. Nicht überall ist da der Eifer so groß wie bei uns.

          Deshalb wird es fürs Erste darauf ankommen, das Leben (und Wohnen) in Deutschland an die veränderten Klimabedingungen anzupassen. Da gibt es viel zu tun, von Warnsystemen bis zu Schutzmaßnahmen in gefährdeten Gebieten. Da die Deutschen zur Weltverbesserung neigen, hat man über diese Themen, die für den Alltag der Bürger essenziell sind, bisher zu wenig geredet.

          In einem Wahljahr gehören zum Katastrophenfall noch mehr als sonst auch Haltungsnoten für Politiker, ob es einem gefällt oder nicht. Laschet hat da am Wochenende kein gutes Bild abgegeben. Viele Bürger wollen an Unglücksorten einen Staatsmann sehen, manche sogar einen Macher. Niemand aber braucht dort eine rheinische Frohnatur.

          Baerbocks Schludereien und Schummeleien sind in den vergangenen Wochen zu Recht als Charaktertest betrachtet worden. Auch Laschet hat den noch nicht bestanden.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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