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Sarrazin und die Genossen : Geschichte einer Entfremdung

Der umstrittene Bestsellerautor Thilo Sarrazin 2014 während einer Lesung in Potsdam Bild: dpa

Schon zweimal hat die SPD erfolglos versucht, Thilo Sarrazin aus der Partei auszuschließen. Nun hat ein Parteigericht entschieden, dass die Sozialdemokraten einen dritten Anlauf nehmen dürfen. Als unsere Autoren im Sommer mit Sarrazin sprachen, lachte der noch über seine Genossen.

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          Manchmal, in Sekunden der Heiterkeit, lacht Thilo Sarrazin über seine Genossen. Er sitzt dann in seinem malerischen Garten im Berliner Westend, wo Vögel zwitschern und ein Mähroboter schnurrend seine Bahnen zieht, und redet über kriminelle Ausländer. Genauer: über die These, dass Muslime krimineller sind als Nichtmuslime. „Wenn ich jetzt einen linken Touch hätte“, beginnt er, „würde ich sagen, das liegt nicht an der Religion, sondern das liegt an der sozialen Deprivation, an der Rückständigkeit aufgrund kolonialistischer Traumata.“ Sarrazin lacht los. Ha-ha-ha. Sarrazin als linker SPD-Genosse, das ist nur ein Spaß, das meint er nicht im Ernst.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik.

          Und auch wenn man einem Witz nichts Schlimmeres antun kann, als ihn zu erklären, lohnt sich in diesem Fall, die Pointe einmal beim Namen zu nennen: Sarrazin, das SPD-Mitglied, findet linke Positionen mittlerweile so krude, dass er schon lachen muss, wenn er sie nur vorträgt. „Ich kann perfekten Linkssprech“, sagt er nicht ohne Stolz, „ich halte das allerdings nicht für zutreffend.“

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