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Bundeswehr im Pflegeheim : Bis jemandem der Kragen platzte

„Das Sterben beenden“: Soldaten vor dem Einsatz im Gesundheitsamt in Dortmund – künftig sollen sie auch in Pflegeheimen zeitlich befristet helfen. Bild: dpa

Warum Soldaten Pflegeheime beim Schutz vor dem Virus unterstützen – und nicht Freiwillige, die nur darauf gewartet hatten, zu helfen. Eine Rekonstruktion.

          5 Min.

          Es kommt nicht alle Tage vor, dass die Bundeskanzlerin dreizehn Landräte am Telefon abklappert, um einen Bundeswehreinsatz vorzubereiten. Genaugenommen ist es noch nie vorgekommen, und in normalen Zeiten soll es auch nicht vorkommen. Aber die normalen Zeiten sind lange her, und über Weihnachten und Neujahr waren sie noch weniger normal als ohnehin schon. Die Kanzlerin setzte sich ans Telefon, weil sie sonst fürchten musste, dass es heißen würde, das Kanzleramt sei nicht mehr Herr der Lage.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Am Tag vor Heiligabend hatte es eine der vielen Telefonkonferenzen zur Lage an der Corona-Front gegeben. Hilfsorganisationen, kommunale Spitzenverbände und das Kanzleramt berieten über die Alten- und Pflegeheime. Seit Wochen, spätestens aber seit dem 13. Dezember stand fest, dass viele Heime mit ihrer Situation überfordert waren. Es fehlte schlichtweg das Personal dafür. Die Ansteckungen stiegen, die Zahl der Toten stieg, bald würden es mehr als tausend am Tag sein – viele davon in und aus den Alten- und Pflegeheimen.

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