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Freie Wähler in Bayern : Ein messerscharfer Partner

  • -Aktualisiert am

Urwüchsig niederbayerisch: Der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger. Bild: dpa

Seit einem Jahr regieren die Freien Wähler an der Seite der CSU in Bayern – ohne Skandale. Dass sich die Truppe so gut in der Koalition schlägt, liegt vor allem an einer Person.

          3 Min.

          Vor kurzem hat die Koalition aus CSU und Freien Wählern in Bayern ein positives Fazit ihres ersten Regierungsjahrs gezogen. Die gegenseitigen Sympathiebekundungen waren größer als es die Etikette gebot. Insbesondere der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder hat seit dem Asylstreit vor gut einem Jahr verinnerlicht, dass es Wähler nicht mögen, wenn Politiker miteinander im Clinch liegen. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die schwarz-orange Koalition aus zwei natürlichen Konkurrenten besteht. Will die CSU wieder in Richtung absolute Mehrheit kommen, dann muss sie auch Stimmen von den Freien Wählern zurückgewinnen. Die nämlich sind, mehr als Grünen- oder AfD-Sympathisanten, Fleisch von ihrem Fleisch.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Als sich vor einem Jahr die CSU sehr schnell auf die Freien Wähler als Partner festlegte, zuungunsten der Grünen, wirkte die Entscheidung einfacher, als sie es aus Sicht der CSU wirklich war. Unter deren Führungsleuten konkurrierten seinerzeit zwei Auffassungen: Die einen befürchteten, die CSU würde durch die Aufwertung der Freien Wähler zur Regierungspartei weiter an Boden im bürgerlichen Lager verlieren. Die anderen – zu ihnen gehörte Söder – glaubten eher an eine Entzauberung durch Einhegung. Wer Recht hatte, ist noch nicht entschieden. Aber allein, dass die Freien Wähler sich in den Umfragen nach einem Jahr auf dem Niveau ihres Wahlergebnisses halten können – bei elf Prozent – , macht manche in der CSU nervös.

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