https://www.faz.net/-gpf-a2ljz

Morde in Hanau : „Wie lange ist man eigentlich Kanake in Deutschland?“

Fast jeden Tag treffen sich Angehörige in der Begegnungsstätte – der Tod ihrer Verwandten und Freunde soll nicht ohne Konsequenzen bleiben. Bild: Frank Röth

Sechs Monate nach den Morden in Hanau kritisieren Angehörige die Behörden. Aus den Morden seien keine Konsequenzen gezogen worden. Sie fühlen sich alleingelassen und wie Menschen zweiter Klasse behandelt.

          5 Min.

          An jenem Abend im Februar, als die Polizeihubschrauber über der Stadt kreisten, meldete sich Armin Kurtović auf dem Handy seiner Kinder. Seine Tochter erreichte er, auch zwei seiner Söhne. Nicht aber den dritten. Der Vater fuhr durch die Stadt zu den Orten, wo die Schüsse gefallen waren, und zu den Krankenhäusern. Seinen Sohn aber fand er nicht.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Heute steht Armin Kurtović in der Hanauer Innenstadt vor einem Raum, in dem sich fast jeden Tag die Angehörigen treffen. Er liegt unmittelbar gegenüber einem der Tatorte; durch die Straße dazwischen war der Mörder gelaufen. Hier trauern die Eltern zusammen und beraten, gemeinsam mit Leuten, die sie unterstützen. „Initiative 19. Februar“ haben sie ihre Gruppe genannt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wahlkämpferisch: Donald und Melania Trump am Freitag bei einer Veranstaltung in Tampa, Florida.

          Wahl in Amerika : Gespaltene Staaten

          Aus dem zivilisierten Wettstreit um die politische Macht zwischen Rot und Blau ist in den Vereinigten Staaten ein radikaler Kampf um alles oder nichts geworden; das liegt nicht nur an Donald Trump. Ein Gastbeitrag.