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Söder stellt Biographie vor : Wie Laschet in einen Pool fiel und seinen Zigarillo rettete

  • -Aktualisiert am

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung der Laschet-Biographie Bild: dpa

Markus Söder stellt ein Buch über Armin Laschet vor – und stichelt in alle Richtungen. Bei der K-Frage lässt er sich auch am Mittwoch eine Hintertür offen.

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          Er hätte es für die anderen ebenso gemacht, sagt Markus Söder gleich zu Beginn. Für Norbert Röttgen und Friedrich Merz. Wenn es ein Buch über diese beiden gegeben hätte und er wäre gebeten worden, es vorzustellen, hätte er‘s getan. Aber es hat nunmal niemand diese Frage gestellt. Stattdessen ist der „Klartext“-Verlag an den bayerischen Ministerpräsidenten herangetreten mit der Bitte, bei der Präsentation einer 360-Seiten-Biographie über den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet als prominenter Magnet zur Verfügung zu stehen. Söder, so wird am Mittwochmorgen vom Verlag und ihm selbst bestätigt, sagte umgehend zu.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Zwei Minuten vor der Zeit erscheint Söder im „Meistersaal“ in der Köthener Straße, gleich beim Potsdamer Platz um die Ecke. Von hier aus ist laut Routenplaner die Entfernung zur Parteizentrale der CDU identisch mit der zum Kanzleramt: 2,3 Kilometer. Um diese beiden Häuser geht es. Denn Laschet, Merz und Röttgen wollen zuerst am 4. Dezember zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt werden und ins Konrad-Adenauer-Haus einziehen, in einem Jahr dann ins Kanzleramt als Nachfolger von Angela Merkel. Am Ende kann es nur einen geben. Da ist es schon wichtig, was der Mann aus München sagt, der in den Umfragen immer noch die besten Aussichten hat, Kanzlerkandidat der Union zu werden, und mit dem der neue CDU-Chef sich einigen muss.

          „Eine sehr freundliche Biographie“

          Als Söder mit weiß-blauer Maske vor Mund und Nase den Saal betritt, brandet kein Applaus auf, weil fast ausschließlich Journalisten im Saal sitzen. Söder liefert umgehend die erste Anekdote. Ein chinesischer Gast habe es bedauert, dass die Journalisten keinen Beifall spendeten in Deutschland. Er habe ihm gesagt, dass das so bleiben werde.

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          Söder ist nach Lektüre des Buchs zu dem Schluss gekommen, dass das Werk der Journalisten Tobias Blasius und Moritz Küpper „eine sehr freundliche Biographie“ sei. Da wirbt also die Nummer eins in den Umfragen zur Kanzlerkandidatur für eine wohlwollende Darstellung desjenigen, der im Beliebtheitsrennen bisher weit hinten liegt. Will Söder, dass Laschet Merkel-Nachfolger wird? Wollte er es auf keinen Fall, hätte er am Mittwochvormittag sicherlich einen anderen Termin wahrgenommen. Aber eine klare Festlegung lässt er sich auch nicht entlocken. Er sagt Freundliches über Laschet, weist aber darauf hin, dass er Norbert Röttgen viel länger kenne. Die These, dass Laschet zu weich sei, weist er zurück. Gerade Röttgen habe da bestimmt schon anderes erlebt.

          Immerhin hat Söder Laschet vorher mitgeteilt, dass er das Buch vorstellen wolle, Laschet habe zugestimmt und ihn aufgefordert, etwas „Gutes“ zu sagen, plaudert der bayerische Ministerpräsident aus. Kleine Sticheleien verteilt er in alle Richtungen. Zum Äußeren von Norbert Röttgen sagt er, der habe schon immer „schick“ ausgesehen. Aus dem Buch zieht er die Anekdote, dass Laschet einmal in einen Swimmingpool gefallen sei und dabei nicht das Handy, wohl aber den Zigarillo hochgehalten habe. Das wäre bei ihm sicherlich anders gewesen, sagt Söder über Söder. Merz kommt nicht so oft vor, weder positiv noch negativ.

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