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CDU und AfD : Warum Konservative für den Rechtspopulismus ungeeignet sind

Mischen unmöglich: Ölaugen in Milch und Acrylfarbe Bild: Getty

Ist das noch Schwarz oder schon ein dunkles Blau? Manche behaupten, es gebe einen sanften Übergang von der CDU zur AfD. Die Erfahrung lehrt etwas anderes.

          5 Min.

          Über die Jahre ha­ben Konservative in der CDU immer auf die gleiche Weise reagiert, wenn Journalisten sie in Versuchung führen wollten. Sie sprachen über ihre Sehnsucht nach einer Zeit, in der Männer noch Frauen heirateten, im Bundeskanzleramt jemand saß, dem die Basis wichtig war, die Energiepolitik nicht von der Opposition diktiert wurde und junge Männer in einer richtigen Panzerkompanie lernten, was es bedeutete, ein Mann zu sein. Sie sprachen nicht nur, sie wüteten. Sie fauchten.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auf die listige Frage der Journalisten aber, was das in der Praxis bedeute, ob nicht ein kleiner Putsch gegen Angela Merkel angezeigt sei oder eine grundsätzliche, großangelegte, geistig-moralische Wende, reagierten sie immer gleich: erschrocken. Nein, nein, sagten sie. Gemach! Nichts überstürzen! Kein Putsch, kein Chaos, kein Militär an den Grenzen, kein Wiederanfahren der Atomkraftwerke, keine überstürzte Wiedereinführung der Wehrpflicht. Maß und Mitte! Oft waren es vertrauliche Gespräche. Ein Bekenntnis zum radikalen Wandel hätte die Konservativen nichts gekostet. Sie wollten es aber nicht, es war, als tue ihnen schon der Gedanke weh. Manche lehnten sogar ab, in einer geheimen Wahl gegen Merkel zu stimmen, weil sie das mit ihrem Begriff von Loyalität nicht vereinbaren konnten. Es war eine kuriose, für die Betreffenden vielleicht zwickmühlenhafte und vor allem ausweglose Situation.

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