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Vom Politiker zum Lobbyisten : Warum Grüne für die Wirtschaft so wertvoll sind

Gut vernetzt: Anja Piel wechselt zum Deutschen Gewerkschaftsbund. Bild: dpa

Auffallend viele Grüne haben zuletzt die Seiten gewechselt und bei Unternehmen und Verbänden angeheuert. Was sie für die Wirtschaft so attraktiv macht – und warum die Partei sich über das Engagement freut.

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          Anja Piel zieht aus ihrer Handtasche ein Organigramm hervor. Mit etlichen Pfeilen und Kästen wird darauf erklärt, wer im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) wen entsenden oder wählen darf. Piel will in die Mitte des hellroten Kastens ganz oben: „Geschäftsführender Bundesvorstand“, das Epizentrum gewerkschaftlicher Macht in Deutschland. Nach gegenwärtigem Stadt hat Piel allerbeste Chancen, an diesem Mittwoch zu einem der vier Mitglieder dieses Gremiums gewählt zu werden. In dieser Woche führt die niedersächsische Grünen-Fraktionsvorsitzende weitere Gespräche. Auf das DGB-Organigramm hat sie sich die Namen wichtiger Personen notiert.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Solche Wechsel häufen sich inzwischen bei den Grünen: Kürzlich wurde bekannt, dass der Kretschmann-Vertraute Volker Ratzmann Cheflobbyist der Deutschen Post wird. Die Wirtschaftspolitikerin Kerstin Andreae, Ratzmanns Ehefrau, führt seit kurzem den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. In dieser Funktion trifft sie wieder öfter auf ihre frühere Bundesvorsitzende Simone Peter, die inzwischen den Verband Erneuerbare Energien leitet. Der frühere hessische Landtagsabgeordnete Daniel Mack arbeitet seit ein paar Monaten als Lobbyist bei Daimler.

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