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Entscheidung zur Impfpflicht : Die nächste Corona-Welle kommt bestimmt

Gesundheitsminister Karl Lauterbach, SPD, spricht am 17. März im Bundestag zur Impfpflicht. Bild: dpa

Die Debatte war lange verschoben worden, doch jetzt soll es schnell gehen: Im April will der Bundestag über eine allgemeine Corona-Impfpflicht entscheiden. Keiner der bisherigen Anträge hat eine Mehrheit – es kommt auf die Union an.

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          Die Pandemie ist noch nicht vorbei, sie ist nicht einmal auf dem Rückzug. Die Inzidenz ist so hoch wie nie, es sterben mit oder an Corona jeden Tag mehr als 200 Männer und Frauen. In Hongkong und Dänemark, wo die Omi­kron-Subvariante BA.2 früher als hierzulande dominant geworden und auf Masken schon vor Wochen verzichtet worden war, gibt es Rekordsterberaten. Und auch wenn in Deutschland trotz der am Freitag beschlossenen Änderung des Infektionsschutzgesetzes nun vielerorts Lockerungen einsetzen und der Frühling und Sommer vielleicht wieder leichter werden sollten – der Herbst und der Winter kommen bestimmt.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Oder wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach es am Donnerstag im Bundestag ausdrückte: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Herbst keine Schwierigkeiten bekommen, die Corona-Pandemie zu bekämpfen, liege bei fast null Prozent. Das sei fast so wahrscheinlich, wie keinen Herbst zu bekommen. Lauterbach sagte das bei der ersten Beratung über fünf Entwürfe zu einer Impfpflicht gegen SARS-CoV-2. Lange war diese Debatte angekündigt und verschoben worden. Nun ist sie da – und nun soll alles sehr schnell gehen. In der ersten Aprilwoche, so jedenfalls das Ziel, wird der Bundestag abstimmen. Aber noch hat keiner der Entwürfe eine parlamentarische Mehrheit.

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