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Wo Lehrer besonders fehlen : Lehre, wem Lehre gebührt

Keine Lösung in Sicht: Allein in diesem Jahr fehlen 11.500 Lehrer an Grundschulen. Bild: dpa

Vor allem an Grundschulen gibt es zu wenige Lehrer. Neue Prognosen der Kultusminister zeigen, dass eine Deckung des Bedarfs weiter nicht in Sicht ist. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind jedoch groß.

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          Angestrengt und in trüber Stimmung verließen die Kultusminister am Donnerstagabend nach einer zwölfstündigen Sitzung den Tagungsraum. Das lag nicht nur am erschreckend hohen Lehrerbedarf, sondern auch an einem unerquicklichen Gespräch mit der Bundesbildungsministerin und der gescheiterten Einigung bei der Zulassung zum Medizinstudium. Zwar haben sich bisher die Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Lehrerbedarf noch nie als richtig erwiesen, doch rechnet jetzt auch die KMK damit, dass in den kommenden Jahren für jedes Schuljahr Tausende von Lehrern fehlen. Allein in diesem sind es 11.500 Lehrer. In den Jahren 2018 bis 2030 wird mit etwa 31.900 nötigen Neueinstellungen gerechnet, denen 31.200 fertig ausgebildete Referendare gegenüber stehen. Das dürfte noch sehr optimistisch gerechnet sein. Denn nicht jeder, der jetzt Lehramt studiert, will nach dem ersten Examen auch wirklich in die Schule gehen, einige entscheiden sich um oder wechseln den Studiengang. Außerdem seien die Zahlen der Länder nicht wirklich vergleichbar.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Denn die Länder setzen ganz unterschiedliche bildungspolitische Schwerpunkte (die einen haben Ethikunterricht, andere nicht) und haben ganz unterschiedliche Modellrechnungen. Warum die KMK nicht längst eine zentrale Berechnung des Lehrerbedarfs an ein einschlägiges Institut vergibt, dem die Länder ihre Zahlen zuliefern müssen, bleibt eine unbeantwortete Frage. Eines der großen Mangelländer, Sachsen, das wegen des Lehrermangels zur Verbeamtung zurückgekehrt war, fehlte bei den Zahlen ganz, weil es erst auf die neuen Prognosen warten wollte.

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