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Imamausbildung : Ein frommer Wunsch

  • -Aktualisiert am

Badr Ali, Imam der Moschee am Islamischen Zentrum Dresden, wurde in Kairo zum Geistlichen ausgebildet. Bild: dpa

Viele Studenten der Islamischen Theologie wechseln zum Lehramtsstudiengang. Der Wunsch einer deutschen Imam-Ausbildung ist nie Wirklichkeit geworden. Warum nicht?

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          Der Theologe Mouhanad Khorchide wischt mit dem Schwamm über die Tafel des Hörsaals. Hinter ihm warten 21 Studenten auf den Beginn ihres Seminars zur Einführung in die Islamische Religions-pädagogik. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Frauen; drei tragen ein Kopftuch. Khorchide wendet sich den Studenten zu, um Anmerkungen zu den Hausarbeiten zu machen. Er knetet seine Hände und sagt: „Es ist nicht die Aufgabe, apologetisch zu argumentieren, sondern schreiben Sie bitte aus einer wissenschaftlichen Perspektive.“ Nach dem Motto: Apologeten gibt es im Islam schon genug, Theologen noch nicht. Khorchide möchte einen aufgeklärten Islam vermitteln, dafür ist er bekannt.

          Heute ist das in Deutschland nichts Besonderes mehr, früher aber lagen die Dinge anders. Es waren Zeiten, als oft in Hinterhofmoscheen über den Islam nachgedacht wurde. Wohl auch unter dem Eindruck des grassierenden Islamismus kam die Politik auf den Gedanken, dass Imame in Deutschland ausgebildet werden sollten – bislang ohne Erfolg. Es gibt noch kein einziges Imam-Seminar im Land. Es gibt nur fünf Zentren für Islamische Theologie, die zwar Akademiker hervorbringen, aber keine Imame.

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