https://www.faz.net/-gpf-9csp6

Grüne in Baden-Württemberg : Das verflixte siebte Jahr

Boris Palmer: Persona non grata bei den Grünen Bild: dpa

Boris Palmers Wiederwahl steht erst 2022 an, doch mit seinen Bemerkungen zur Flüchtlingspolitik hat er sich in seiner Partei und in Tübingen völlig isoliert. Selbst die CDU im Tübinger Gemeinderat sieht „Schnittmengen zur AfD“.

          4 Min.

          Sieben Jahre lief es gut für die Grünen in Baden-Württemberg. Mit großem Elan schickten sie sich an, die bestimmende ökologische Volkspartei der Mitte zu werden. Die CDU deklassierten die Grünen bei Landtagswahlen zwei Mal. Die SPD ist im Südwesten mittlerweile eine 12-Prozentpartei ohne Fortune und Rückhalt bei Arbeitern und Angestellten. Systematisch begannen die Grünen 2011 damit, ihre Machtbasis auszubauen: Sie umgarnten die Industrie- und Handelskammern, warben um Selbständige, schwärmten häufig vom (ökologisch denkenden) Mittelstand.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Dieter Zetsche war auf Einladung des baden-württembergischen Landesverbandes Gast auf einen Bundesparteitag. Nach der Eroberung der Universitätsstädte wollten sie vor allem im ländlichen Raum die maßgebliche politische Kraft werden und der CDU Konkurrenz machen. Sie wollten in den Kreistagen und Gemeinden noch stärker werden. Der Wahlsieg des heutigen grünen Sozialministers Manne Lucha im früher von der CDU mit absoluten Mehrheiten dominierten katholischen Oberschwaben 2016 wurde als Wetterleuchten einer neuen Zeit bejubelt, wenngleich beim Sieg in CDU-Hochburgen gern verdrängt wurde, dass es nicht nur Erfolge aufgrund eigener Stärke waren, sondern auch das Erstarken der AfD eine entscheidende Rolle spielte.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Nur mit einer inhaltlichen Zuspitzung kann sich Annalena Baerbock noch behaupten, findet die Berliner Agentur „Super an der Spree“.

          Annalena Baerbock : Ist der Wahlkampf der Grünen noch zu retten?

          Der Wahlkampf läuft schlecht für die Grünen, das Ansehen der Spitzenkandidatin ist am Boden. Wir haben einen Kampagnen-Experten gefragt: Was kann die Partei jetzt noch tun, um sich zu fangen?