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Baden-Württemberg : Warum die CDU in Zoos um Anhänger werben will

Die CDU verliert Mitglieder Bild: dpa

Die Partei verliert im Südwesten immer mehr Mitglieder und will etwas dagegen unternehmen. Neue Formen der Mitgliedschaft sollen es richten – und ungewöhnliche Orte, um Anhänger anzusprechen.

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          Die baden-württembergische CDU will mit neuen Formen der Parteimitgliedschaft den Rückgang ihrer Mitgliederzahlen stoppen und der geringer werdenden gesellschaftlichen Verankerung entgegenwirken. So soll es künftig eine Familienmitgliedschaft, eine Online-Parteimitgliedschaft, eine Projektmitgliedschaft sowie eine Probemitgliedschaft nach CSU-Vorbild geben.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Probemitgliedschaft soll kostenlos sein und dann in eine Regelmitgliedschaft übergehen. Online-Parteimitglieder sollen auf Landesparteitagen zwar ein Rederecht bekommen, aber kein Stimmrecht. Für eine Projektmitgliedschaft sollen Bürger gewonnen werden, die Interesse an einem bestimmten politischen Thema haben.

          „Eisbrecher-Formate“

          Alle Vorschläge gehen auf den Abschlussbericht der Zukunftskommission des Landesverbands zurück; die Kommission war nach mehreren historischen Wahlniederlagen eingesetzt worden: Bei der Landtagswahl im März vergangenen Jahres war die CDU mit 24,1 Prozent zum zweiten Mal nach den Grünen zweitstärkste Kraft geworden; bei der Bundestagswahl im Herbst hatte die CDU fast zehn Prozentpunkte verloren und nur noch 24,8 Prozent der Zweitstimmen bekommen.

          Isabell Huber, Generalsekretärin der Landespartei, sagte, die CDU müsse vor allem im vorpolitischen Raum wieder stärker werden, hierzu sollen „Eisbrecher-Formate“ entwickelt werden, mit denen man in Zoos, in Sportstätten oder Glaubenshäusern um Anhänger werben wolle.

          Zu inhaltlichen Themen oder zur künftigen Organisation des Landesverbands machte die Kommission keinerlei Vorschläge. Es werde auf Bundesebene ein neues Grundsatzprogramm geschrieben, sagte Huber. Beim Organisationsaufbau mit vier Bezirksverbänden soll es bleiben, obwohl der Regionalproporz in Baden-Württemberg heute eine untergeordnete Rolle spielt.

          Innerhalb des Landesverbands ist die Richtungsfrage letztlich nicht entschieden: Während der CDU-Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel seine Partei mit grünen Themen profilieren will und er zum Beispiel die Laufzeit von Atomkraftwerken kurzfristig im Rahmen eines Streckbetriebs verlängern will, warnen andere vor einer „Vergrünung“ und sehen nur in der FDP einen guten Koalitionspartner.

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