https://www.faz.net/-gpf-9gsyl

Genderstern und Gendergap : Noch längst nicht vom Tisch

Männlich, weiblich, divers: Obwohl die Möglichkeit, sich in der deutschen Bürokratie dem dritten Geschlecht zuzuordnen, bereits besteht, sind sich Instanzen über eine Regelung zur Gendergap oder zu Gendersternen noch nicht einig. Bild: EPA

Das dritte Geschlecht hält Einzug in die deutsche Verwaltung, doch über sprachliche Regelungen sind sich die Instanzen noch nicht einig: Der Genderstern wird trotz des Beschlusses des Rechtschreibrats weiter diskutiert.

          4 Min.

          Die Diskussion über die gendergerechten Schreibweisen verläuft ähnlich wie die Inklusionsdebatte. Damals behaupteten die Inklusionsbefürworter, die UN-Konvention fordere die Abschaffung der Sonderschulen. Doch in der Konvention ist davon keine Rede. Nun wird von Interessierten der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum dritten Geschlecht ins Feld geführt, um auf den Rechtschreibrat Druck zur Einführung des Gendersterns auszuüben, obwohl das Verfassungsgericht zur geschlechtergerechten Sprache überhaupt nichts gesagt und sich weder mit Genderstern noch mit anderen einschlägigen Schreibweisen befasst hat.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Dem Verfassungsgericht ging es darum, eine Regelung für intersexuelle Menschen für die Personenstandsakten zu finden, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen (deshalb nun divers statt männlich oder weiblich). Die Befürworter des Gendersterns argumentieren ähnlich wie ihre prominenteste Fürsprecherin, Justizministerin Katarina Barley (SPD). „Über die Sprache werden Menschen Teil von etwas. Sprache grenzt aber auch aus, gerade wenn es um die Frage der sexuellen Identität geht“, und deshalb plädiert sie für den Genderstern.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Entscheiden ist die Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Hier heißt das Gebot der Stunde nicht Altersvorsorge, sondern Risikoabsicherung und Eigenheimfinanzierung.

          Die verlorenen Jahre : Was Gutverdiener finanziell oft falsch machen

          Bei Abschlüssen von Geldanlagen, Krediten und Versicherungen hapert es oft an der Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Gedanken an die Altersvorsorge taugen nicht, wenn das finanzielle Gerüst im Hier und Jetzt nicht passt.
          In Schieflage: Hauptsitz der Awo Frankfurt an der Henschelstraße

          Awo Frankfurt : Dokument der Maßlosigkeit

          Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt fasst in seinem Zwischenbericht nüchtern zusammen, was die Sonderprüfung des Kreisverbands Frankfurt ergeben hat. Die beschriebenen Zustände grenzen ans Absurde.