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Missbrauch in der Kirche : Ein Bischof gesteht

  • -Aktualisiert am

Der emeritierte Erzbischo Hamburgs, Werner Thissen, gab ein erstaunlich offenes Interview zum Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche. Bild: dpa

Ein emeritierter Erzbischof hat ein erstaunliches Interview über den Missbrauchsskandal und die Aufarbeitung dessen in der Katholischen Kirche gegeben. Tenor: Die Methode des Vertuschens, Verheimlichens und Versetzens wurde radikal umgesetzt.

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          Kleriker haben in großer Zahl Minderjährige missbraucht. Seit bald zehn Jahren muss sich auch die katholische Kirche in Deutschland diesem schockierenden Befund stellen. Sie tat das zunächst widerwillig und hinhaltend. Gerne klammerte man sich an die Behauptung, bei den Tätern handle es sich um einige wenige Fehlgeleitete. Denn ein Priester, der Kinder und Jugendliche missbrauche, sei ein „Werkzeug des Satans“. Der Teufel war’s also? Das ist absurd – und trotzdem hört man solche peinlichen Exkulpationsversuche manchmal noch heute.

          Umso wichtiger ist, dass nun endlich ein ranghoher Würdenträger schwere persönliche Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch zugegeben hat. Vor einer Woche gab der ehemalige Hamburger Erzbischof Werner Thissen ein bemerkenswertes Interview. Er und die in seiner Zeit als Generalvikar im Bistum Münster mit ihm gemeinsam verantwortlichen Kollegen hätten sich kaum um die Opfer gekümmert, hätten stattdessen zu viel Mitleid mit den Tätern gehabt. Erstmals übernimmt ein Erzbischof zumindest in Ansätzen persönliche Verantwortung.

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