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Umstrittene Äußerungen : Lindner und Merz sind feige

  • -Aktualisiert am

Lindner am 19. September auf dem Bundesparteitag der FDP in Berlin Bild: dpa

Zwei Politiker haben Sätze gesagt, die für Ärger sorgen. Und lavieren dann herum. Das macht die Sache nur noch ärgerlicher.

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          Zwei Männer, ein Problem: schon wieder was Falsches gesagt. Die Männer, Friedrich Merz und Christian Lindner, stehen in dem Ruf, dass ihnen das öfter passiert. Alle paar Tage erregen sich ihre politischen Gegner heftigst. Im Ton von Revolutionären, die Diktatoren das Ende ihrer Ära verkünden, klagen Netzaktivisten sie an. Das Ausmaß der Wut verhält sich umgekehrt proportional zu ihrem Anlass: Aktuell hat Lindner einen schlechten Witz gemacht, und Merz konnte nicht verhehlen, dass er einen schwulen Bundeskanzler nicht völlig normal fände. Bemerkenswerter als diese Einlassungen und die darauf folgende Empörung ist die Art, wie die Männer reagierten. Nämlich feige.

          Lindner behauptete kurzerhand, er habe gar keinen Witz gemacht. Es habe sich um eine „missverständliche Formulierung“ gehandelt. Was hatte er gesagt? Auf dem Parteitag der FDP verabschiedete er die von ihm geschasste Generalsekretärin mit dem Hinweis, er und sie hätten „ungefähr 300 Mal den Tag zusammen begonnen“. In die Kunstpause hinein, die Lindner machte, kicherten einige Zuhörer. Lindner, süffisant: „Nicht, was ihr jetzt denkt.“ Bald kursierte ein drei Jahre altes Video, das Lindner zeigt, wie er den Witz in ähnlicher Form bringt: Er sei mit Claudia Roth auf gewacht. Kunstpause: „Mit, nicht neben!“

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