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Nach dem Anschlag in Dortmund : Bravo, Borussia!

You’ll never walk alone: Fans von Borussia Dortmund kurz vor dem Anpfiff. Bild: Reuters

Dass die Dortmunder Spieler einen Tag nach dem Anschlag auf ihr Leben zum Spiel antraten, verdient größten Respekt. Das ist die richtige Antwort an die Bombenleger.

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          Bleiben Sie in jedem Fall sitzen, falls wir angesprengt werden!“ Diese Warnung bekam man als Deutscher bislang nur an Orten wie Kabul oder Bagdad zu hören, wenn man im gepanzerten Konvoi durch die „heißen Zonen“ fuhr, in denen jederzeit mit einer Bombenexplosion am Wegesrand gerechnet werden musste. Von solchen Zuständen ist Deutschland zum Glück Lichtjahre entfernt. Doch wurde jetzt erstmals in Dortmund ein Anschlag verübt, dessen Muster den Überfällen aus dem Hinterhalt entspricht, denen auch schon Bundeswehrsoldaten zum Opfer gefallen sind. Hier jedoch fuhr keine Kompanie zum Flughafen oder zur Front, sondern eine Fußballmannschaft zu einem Viertelfinalspiel in der Champions League. Aber auch diese Fahrt hätte mit Toten enden können, wenn der Bus nicht eine Schutzausstattung gehabt hätte, wie sie im Profifußball schon für ratsam gehalten wurde, bevor er zur Zielscheibe eines solchen Angriffs wurde.

          Noch ist nicht geklärt, wer diese Tat mit welcher Absicht beging – zu der auch gehört haben könnte, eine falsche Fährte zu legen. In jedem Fall trägt dieses Attentat die Züge eines terroristischen Anschlags, der darauf abzielt, Angst und Schrecken und das Gefühl von Unsicherheit zu verbreiten. Großveranstaltungen, die in der ganzen Welt live verfolgt werden, sind daher besonders gefährdet. Auch bei den Anschlägen in Paris versuchten die Attentäter, ins Stade de France zu kommen, wo das Länderspiel Deutschland gegen Frankreich lief.

          Dass die Spieler von Borussia Dortmund nur einen Tag nach diesem Anschlag auf ihr Leben zum Spiel antraten, verdient größten Respekt. Das ist die richtige Antwort an jene, die – ein Zufall? – in der Karwoche ein Blutbad in Deutschland anrichten wollten. Freie und offene Gesellschaften dürfen sich trotz ihrer unvermeidlichen Verwundbarkeit den Einschüchterungsversuchen von Terroristen jeglicher Couleur nicht beugen. Wahrscheinlich wird das Attentat von Dortmund auch nicht die letzte Prüfung sein, die Deutschland in dieser Hinsicht bestehen muss. Polizei, Geheimdienste und Justiz müssen daher so gut wie möglich ausgestattet und von der Politik unterstützt werden. Dennoch wird sich nicht jeder Anschlag verhindern lassen. Aber jedes verhinderte Attentat und jeder verhinderte Attentäter werden die Überzeugung der Bürger stärken, ihr Staat tue wirklich das ihm im Rahmen des Rechts Mögliche, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

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