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CDU : Warum AKK nach dem Kanzleramt greifen muss

  • -Aktualisiert am

Neue starke Frau der CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Parteitag in Hamburg Bild: Daniel Pilar

Wenn Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Macht konsolidieren will, muss sie möglichst schnell eine Ablösung von Angela Merkel anstreben. Aber einfach wird das nicht.

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          Darüber, wer neuer CDU-Vorsitzender werden soll, waren sich Angela Merkel und Wolfgang Schäuble erkennbar uneins. In einem Punkt sind sie sich jedoch ganz einig: Grundsätzlich gehören Parteiführung und Kanzlerschaft in eine Hand. Merkel und Schäuble sind derzeit die erfahrensten politischen Kämpfer in der CDU, sie haben alles erlebt, Partei, Fraktion, Regierung, Erfolge, Niederlagen, Aufstieg und Abstieg. Sie wissen, wovon sie reden. 

          Eckart Lohse
          (elo.), Politik

          Am Freitagnachmittag gab es einen atemberaubenden Beleg für die Überzeugung, dass Kanzlerschaft und Parteiführung in eine Hand gehören. In dem Moment, da Annegret-Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt worden war, verlor Angela Merkel, die bisherige starke Frau der Partei, geradezu körperlich erlebbar ihre Macht. Sie saß noch auf dem Podium, pflichtbewusst bis zum Ende des Parteitages. Aber in allen inhaltlichen und personalpolitischen Debatten, die am Freitag und Samstag noch folgten, spielte sie keine Rolle mehr. Ihre Gegner können die „Merkel muss weg-Transparente“ getrost entsorgen. Die von ihnen gehasste, allmächtige Merkel, die angeblich nicht nur ihre Partei, sondern gleich das ganze Land nach Belieben in die eine oder andere Richtung drehen konnte, hat es erstens so nie gegeben, zweitens aber ist sie spätestens seit Freitag verschwunden. Sie hat mindestens die Hälfte ihrer Macht verloren. Vermutlich aber noch mehr. Parteien gehen Koalitionen ein, Parteien beenden sie. Nicht Kanzler.

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