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AKK zieht ins Kabinett ein : Sie musste springen

Annegret Kramp-Karrenbauer im Juni 2018 im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin Bild: dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer hat es bislang vermieden, den Weg zur Kanzlerkandidatur über das Bundeskabinett zu gehen. Woher kommt der Sinneswandel?

          Woher dieser Sinneswandel? Bislang hatte es Annegret Kramp-Karrenbauer vermieden, einen Posten im Bundeskabinett zu übernehmen. Eine solche Entscheidung stand schon zur Debatte, als sie aus Saarbrücken nach Berlin wechselte. Hätte sie mit einem Ministerposten ihre Ansprüche auf die Nachfolge Angela Merkels besser anmelden können? Dass sie fachlich in der Lage wäre, bezweifelte niemand – die ehemalige Ministerpräsidentin hatte im Saarland sämtliche Ressorts (bis auf das Gesundheitsministerium) beackert.

          Doch Kramp-Karrenbauer wollte nicht. Damals, nicht einmal zwei Jahre ist es her, war das nachvollziehbar. Sie wäre „Merkels Mädchen“ gewesen, hätte im Schatten der Kanzlerin bundespolitische Gehversuche gemacht. Eine eigene Statur zu gewinnen, wäre schwierig geworden. Sie wählte die Partei als Karriereleiter, in der es noch mehr rumort hätte, wenn sich die beiden Führungsfiguren nicht um sie gekümmert hätten. Das Amt der Generalsekretärin zu übernehmen, war die richtige Wahl.

          Seither hat sich einiges geändert. Die Generalsekretärin wurde Parteivorsitzende, die Kanzlerin regiert in einer Koalition, die sie nicht haben wollte. Der Vorteil, den sich Kramp-Karrenbauer verschaffte, bröckelte. Denn nun wurde auch sie für das Erscheinungsbild der Regierung verantwortlich gemacht, obgleich sie nur indirekt tatsächlich Verantwortung hatte. Fehltritte konnten nicht ausbleiben. Die Konkurrenz schlief nicht. Neben Friedrich Merz profilierte sich Armin Laschet. Die Kanzlerkandidatur war wieder offen.

          Merz, Laschet – war da nicht noch jemand? Über Jens Spahn als Aspirant wurde erst jetzt wieder gesprochen, als es um die Kabinettsumbildung ging. Im Wettrennen um den Parteivorsitz hatte er sich achtbar geschlagen. Jetzt schien er „gesetzt“, der Nachfolger Ursula von der Leyens im Verteidigungsministerium zu werden, dem – neben dem Innenministerium – wichtigsten Ressort, das von der Union besetzt werden kann. Das hätte ihn unter den Ministern aus den Reihen von CDU und CSU zur dominierenden Figur neben Merkel gemacht. Er wäre an allen vorbeigezogen, hätte er seine Aufgabe gut gemacht. Und Kramp-Karrenbauer wäre stehen geblieben. Sie musste springen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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