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Warnung vor Muslimen : Ministerium bestellt Chef von Lehrerverband ein

  • Aktualisiert am

Aussagen eines Lehrerverbands über Flüchtlinge haben für Empörung gesorgt Bild: dpa

Der Vorsitzende des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt hat in einem Leitartikel deutsche Mädchen vor muslimischen Männern gewarnt. Die Empörung ist groß. Jetzt hat ihn sogar das Kultusministerium in Magdeburg einbestellt.

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          In einem Leitartikel seiner Verbandszeitschrift hat der Chef des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt, Jürgen Mannke, darüber räsonniert, wie man deutsche Mädchen von sexuellen Abenteuern mit muslimischen Flüchtlingen abhalten könnte. Jetzt muss er im Kultusministerium Rede und Antwort stehen. „Wir suchen das Gespräch mit Herrn Mannke“, sagte Ministeriumssprecher Martin Hanusch am Montag.

          Auch bei der Bildungsgewerkschaft GEW hat der Philologenverband Sachsen-Anhalt wegen seiner abfälligen Äußerungen gegenüber Flüchtlingen heftige Kritik ausgelöst. Die Veröffentlichung sei auf völliges Unverständnis und Bestürzung gestoßen, erklärte der GEW-Landesverband am Montag in Magdeburg. In dem Artikel würden Migranten pauschal diffamiert und ein Zerrbild von männlichen Flüchtlingen gezeichnet.

          In dem Text in der Verbandszeitung ist unter anderem die Rede von einer „Immigranteninvasion“ und angeblichen sexuellen Belästigungen durch Asylbewerber. „Es ist nur ganz natürlich, dass diese jungen, oft auch ungebildeten Männer auch ein Bedürfnis nach Sexualität haben“, heißt es dort über Flüchtlinge. Unterzeichner sind Verbandschef Jürgen Mannke und Stellvertreterin Iris Seltmann-Kuke. Der Philologenverband ist die Fachgewerkschaft der Gymnasiallehrer in Sachsen-Anhalt.

          Philologenverband distanziert sich von seinem Mitglied

          Empört hatten sich am Wochenende Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) und Parteien in Sachsen-Anhalt geäußert. Das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen forderte den Rücktritt der Autoren. Auch der Bundesvorsitzende des Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, distanzierte sich von dem Artikel.

          Auf der Internetseite des Verbands erklärte er schon am Samstag, er halte „all jene Passagen in dem ... Editorial der aktuellen Verbandszeitschrift des Philologenverbands Sachsen-Anhalt für weder berechtigt noch akzeptabel, in denen ... unbestimmte Ängste vor sexuellen Belästigungen junger deutscher Mädchen durch muslimische Einwanderergruppen thematisiert werden.“

          Die Autoren des umstrittenen Leitartikels baten unterdessen in einer am Montag auf der Verbands-Internetseite veröffentlichten Erklärung um Entschuldigung. Mannke erklärte, er habe niemals die Absicht gehabt, Menschen anderer Religionen, Nationen und Kulturen zu diffamieren oder nationalistische Klischees zu bedienen. Die Wortwahl einiger Passagen „sehe ich im Nachhinein als unglücklich und missverständlich gewählt an. Dafür möchte ich mich entschuldigen“, schrieb Mannke. Seltmann-Kuke wies den Eindruck „entschieden“ zurück, es könne sich um einen Aufruf zu Fremdenhass oder Hetze gegen Flüchtlinge handeln.

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