https://www.faz.net/-gpf-aebvx

Zu späte Evakuierung? : Verantwortung zeigen

  • -Aktualisiert am

Flut der Zerstörung: In Altenahr laufen Einsatzkräfte an einem Haus in Trümmern vorbei. Bild: Lucas Bäuml

Im Kreis Ahrweiler gab es viele Tote durch das Hochwasser. Der Landrat muss schleunigst erklären, warum auf die präzisen Vorhersagen zur Gefahr der Flut nicht schnell und angemessen reagiert worden ist.

          1 Min.

          Landräte sind Grüßonkel auf Schützenfesten – kein Eindruck könnte falscher sein. In der Not, wenn es um Leben und Tod geht, sind sie die ersten Krisenmanager vor Ort. Nun leben Landräte glücklicherweise nicht im permanenten Krisenmodus. Aber im Ernstfall, wie er mit den Wassermassen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit ungeheurer, verheerender Wucht ins Leben so vieler Menschen trat, müssen sie handeln.

          Deswegen geht es neben der praktischen Hilfe in den verwüsteten Orten nun darum, aufzuklären, ob es institutionelles und auch personelles Versagen gab – und eventuelle Konsequenzen zu ziehen. Der Landrat des Ahrtals, wo es nach derzeitigem Stand 134 Tote durch das Hochwasser gab und massive Zerstörungen, muss schleunigst erklären, warum auf die präzisen Vorhersagen bezüglich der Wassermassen nicht schnell und angemessen reagiert worden ist.

          Die Gefahr, die von Hochwassern ausgeht, darf aber auch dann nicht in Vergessenheit geraten, wenn erst mal die sichtbarsten Schäden beseitigt sind. Das gilt für Politik und Öffentlichkeit.

          Es ist richtig, dass die Bundestagsfraktionen von FDP und Grünen eine baldige Sondersitzung des Bundestags zur Flut fordern. Flutwarnung und -hilfe sollten weiterhin dezentral organisiert werden. Aber der Bund kann Druck machen: damit jeder Landrat sich seiner Verantwortung im Ernstfall bewusst ist.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten.

          Weitere Themen

          Trudeau feiert sich

          Parlamentswahl in Kanada : Trudeau feiert sich

          Kanadas Premierminister Trudeau hat bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit verfehlt. Weiterregieren kann er trotzdem. Und er geht auf kritische Stimmen ein.

          Die Furcht der Briten vor der Gasrechnung

          Wegen Klimaabgaben? : Die Furcht der Briten vor der Gasrechnung

          In Großbritannien steigen die Preise und die Nachfrage nach Gas. Auf die Bürger kommen hohe finanzielle Belastungen zu. Kritiker machen die Klimaschutzpolitik der Regierung verantwortlich.

          Topmeldungen

          Asylbewerber im bayerischen Manching im Mai 2018

          Was zu tun ist : Migration besser steuern

          Deutschland ist ein Einwanderungsland – aber es sollte sich nicht übernehmen. Die neue Bundesregierung muss vor allem in der EU für eine Asylreform eintreten.

          Radikalisierung der Querdenker : „Es sind Rufe nach Exekutionen“

          Nach dem tödlichen Angriff auf den Kassierer einer Tankstelle in Idar-Oberstein zeigen sich Politiker entsetzt vom Ausmaß der Radikalisierung des Täters. Kenner der Verschwörungstheoretiker-Szene sind dagegen weniger überrascht.
          Großflächige Aufforstung ist eine Möglichkeit, die Kohlendioxid-Pegel langfristig zu stabilisieren. Doch ob die dafür nötigen Flächen zu Verfügung stehen, ist eine politisch-gesellschaftliche Frage.

          Negative Emissionen : Wie man das CO2 aus der Luft entfernt

          Ohne die aktive, technische Entfernung von CO2 aus der Luft bleiben alle Klimaziele Makulatur. Tragisch, dass nicht zuletzt Klimaschützer sie so lange verteufelt haben.
          Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Sonntag bei einer Pressekonferenz der EU-Außenminister in New York

          EU im U-Boot-Streit : „Was heißt, Amerika ist zurück?“

          Die Spitzen der EU stellen sich im U-Boot-Streit mit Amerika, Australien und Großbritannien hinter Paris. Ratspräsident Charles Michel fragt offen, was unter Joe Biden anders sei als unter Donald Trump.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.