https://www.faz.net/-gpf-9suxf

Walter Momper über Mauerfall : „Ich hatte Angst vor einem Blutbad mitten in der Stadt“

Kritische Worte für die Ostdeutschen: der frühere Regierende Berliner Bürgermeister Walter Momper (SPD) Bild: Andreas Pein

Walter Momper war Regierender Bürgermeister in Berlin, als am 9. November 1989 die Mauer fiel. Ein Gespräch über die Nacht seines Lebens, die Panik der DDR-Führung – und die unterschiedliche Selbstwahrnehmung in Ost und West.

          10 Min.

          Herr Momper, wann haben Sie es zum ersten Mal für möglich gehalten, dass die Mauer bald fallen könnte?

          Oliver Georgi

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

          Im Sommer 1989 hat sich das für mich immer mehr angedeutet. Es gab zwar schon vorher Spekulationen, dass die DDR-Führung entweder einen Parteitag oder eine Parteikonferenz abhalten will, um Erich Honecker abzuwählen und Egon Krenz zu installieren, schon 1988. Aber erst, als ich Ende Juni 1989 im Fernsehen die Bilder von Guyla Horn und Alois Mock sah, dem ungarischen und dem österreichischen Außenminister, die symbolisch ein Loch in den Stacheldraht schnitten, habe ich plötzlich alles für möglich gehalten. Vor allem, weil gleichzeitig erklärt wurde, man werde nicht mehr auf Flüchtende schießen. Da war ich erst ein paar Monate Regierender Bürgermeister.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Menschen gehen am Sonntag bei Sonnenschein am Rheinufer in Düsseldorf spazieren.

          Vor Beratungen : Öffnen beim Anblick der dritten Welle?

          Deutschland steht vor einer neuen Pandemie-Welle. Die Politik sucht eine Gratwanderung zwischen Vorsicht und Lockerungen. Sind regionale Strategien und Schnelltests die Lösung?
          Am Boden und vor dem Absturz: Schalke 04 zerstört sich selbst.

          Selbstzerstörung in Bundesliga : Vergifteter Boden bei Schalke 04

          Die Rauswurforgie ist die jüngste Wendung einer sagenhaften Geschichte der Selbstzerstörung. Dass drei Spieler, die erst kurz im Klub sind, so etwas anzetteln können, zeigt, wie kontaminiert die Schalker Erde ist.