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Südlich von Hamburg : Waldarbeiter entdecken mögliches RAF-Depot

Fahndungsfotos um 1971 von Mitgliedern der Baader-Meinhof Gruppe. Bild: Picture-Alliance

Waldarbeiter haben in Niedersachsen einen ungewöhnlichen Fund gemacht: In einem vergrabenen Fass haben sie mutmaßliche RAF-Schriftstücke und andere verdächtige Gefäße entdeckt. Das Landeskriminalamt untersucht den Fund nun.

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          Südlich von Hamburg ist bei Waldarbeiten womöglich ein altes Erddepot der Roten Armee Fraktion (RAF) entdeckt worden. Bei Baumschnittarbeiten in einem privaten Waldstück stießen Arbeiter am Samstagnachmittag auf ein Kunststofffass, das im Boden vergraben war. Der Fund ereignete sich nahe Helmstorf in der niedersächsischen Gemeinde Seevetal. Der Ort ist äußerst verkehrsgünstig gelegen, weil dort mehrere Autobahnen zusammentreffen. Das niedersächsische Landeskriminalamt übernahm inzwischen die Ermittlungen.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          In dem Kunststofffass befanden sich mehrere Schriftstücke aus den achtziger Jahren sowie Behältnisse mit zunächst unbekannten Flüssigkeiten. Die Funde werden derzeit durch das LKA weiter untersucht. Der Fundort wurde bereits nach weiteren Depots abgesucht.

          Überfalle durch frühere RAF-Mitglieder

          Die RAF hatte im Jahr 1998 ihre Selbstauflösung bekanntgegeben. Insbesondere in Niedersachsen hatte es in den vergangenen Jahren jedoch Raubüberfälle der früheren RAF-Terroristen Ernst Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette gegeben, die seit vielen Jahren im Untergrund leben und offenbar auf Einnahmen angewiesen sind. Die Überfälle richteten sich meist auf Geldtransporter oder Einkaufsmärkte und ereigneten sich häufig in der Nähe von Autobahnauffahrten.

          Das LKA teilte jedoch mit, dass man aufgrund des Alters der Fundstücke derzeit nicht davon ausgehe, dass sich aus ihnen Hinweise auf den Aufenthaltsort des gesuchten Trios ergeben.

          Im Oktober 1982 war schon einmal ein Depot der RAF entdeckt worden. Damals wurde – nach Behördenangaben von Pilzsammlern – südlich von Frankfurt nahe der Autobahn 3 ein Erdversteck mit Waffen, Geldscheinen, Autokennzeichen und gefälschten Pässen gefunden. Der Fund ermöglichte den Sicherheitsbehörden einen entscheidenden Schlag gegen die RAF: Das Depot wurde von der GSG9 überwacht und zwei Wochen später konnten die Terroristen Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz dort festgenommen werden.

          Das LKA Niedersachsen teilte der F.A.Z. mit, dass man mögliche Parallelen zu dem alten Depot in Hessen noch nicht überprüft habe. Man suche jedoch das Gespräch mit dem damals zuständigen Bundeskriminalamt (BKA). Waffen seien in dem Seevetaler Depot nicht gefunden worden.

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