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Wahlkampf : Der Münchner Sumpf beunruhigt die CSU-Spitze

  • -Aktualisiert am

Monika Hohlmeier: Hoffnungsträgerin der CSU Bild: dpa

Zu den Personen, die Wahlkämpfer meist nicht lieben, gehören Staatsanwälte. Zumindest solange sie gegen Funktionäre der eigenen Partei ermitteln.

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          Zu den Personen, die Wahlkämpfer meist nicht lieben, gehören Staatsanwälte. Zumindest solange sie gegen Funktionäre der eigenen Partei ermitteln. Schon seit mehreren Monaten schwelt ein Brand in der Münchner CSU. Immer wieder werden Vorwürfe laut, bei der Werbung neuer Mitglieder sei es in der Partei nicht immer mit rechten Dingen zugegangen.

          Von gefälschten Mitgliedsanträgen und Geldzahlungen für Beitrittswillige ist die Rede. Die CSU-Spitze hat sich einige Zeit dadurch nicht irritieren lassen - bis in der vergangenen Woche Staatsanwälte Räume des Vorsitzenden der Münchner Jungen Union (JU), Rasso Graber, durchsuchten. Gegen Graber und weitere Verdächtige werde wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft danach lapidar mit.

          Seither ist es vorbei mit der Zurückhaltung in der Führungsetage der CSU. Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Alois Glück, forderte am Wochenende Graber auf, sein Parteiamt bis zum Ende der Ermittlungen ruhen zu lassen. Glück ist kein Politiker mit einem großen Mitteilungsdrang; um so schwerer wiegt, daß er nun seinen Blick nach München richtet.

          Volles Vertrauen

          Er muß schnell erkannt haben, daß die bisherige Strategie der CSU-Spitze, die parteiinternen Umtriebe in der bayerischen Landeshauptstadt als lokale Vorkommnisse zu bewerten, die große Aufmerksamkeit nicht lohnen, nur schlecht zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Durchsuchungen paßte. Zumal wenn es nur noch knapp vier Wochen bis zur Landtagswahl sind, bei der die CSU ihre absolute Mehrheit nicht nur behaupten, sondern ausbauen will. Glück ist zudem Vorsitzender des CSU-Bezirks Oberbayern, der mit dem Münchner Verband auf einer gemeinsamen Wahlliste antritt.

          Die Lage ist auch deshalb für die CSU prekär, weil eine ihrer großen Zukunftshoffnungen die Vorsitzende des Münchner Bezirksverbands ist - die Kultusministerin und Tochter von Franz Josef Strauß, Monika Hohlmeier. Sie hat erst im Juni diese Aufgabe geschultert; und anders als ihr Vorgänger Singhammer steht sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Jeder Schritt, den sie unternimmt, um den parteiinternen Sumpf trockenzulegen, wird beobachtet und rapportiert.

          Die lang gepflegte Übung der Parteispitze, mit Blick auf die CSU in der Landeshauptstadt wissend-milde zu lächeln und schnell das Thema zu wechseln, kann mit einer Bezirksvorsitzenden Hohlmeier nicht verfangen - sie wird nicht zuletzt an den Maßstäben ihres Vaters gemessen, der nicht dafür bekannt war, sich auf der Nase herumtanzen zu lassen. Vorsorglich hat der CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident Edmund Stoiber schon einmal wissen lassen, die Bezirksvorsitzende Hohlmeier genieße sein volles Vertrauen.

          "Feindliche Übernahme"

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