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Wahl-O-Mat für die Hansestadt : Welche Partei Ihnen in Bremen am ehesten entspricht

Blick auf das Gebäude der Bremischen Bürgerschaft, dem Landtag der Freien Hansestadt Bremen Bild: dpa

Bremen wird schon lange von der SPD regiert. Das könnte sich am 26. Mai ändern – mit womöglich gefährlicheren Folgen für die Bundesspitze als ihr Abschneiden bei der Europawahl. Welche Partei Sie am ehesten vertritt, sagt Ihnen der Wahl-O-Mat.

          Bremen ist das einzige Bundesland, das bisher ununterbrochen von der SPD regiert wurde. Doch das steht bei der anstehenden Bürgerschaftswahl am 26. Mai erstmals ernsthaft zur Disposition. Und sollte die SPD-Hochburg tatsächlich verloren gehen, so heißt es immer wieder, könnte das für die Bundesspitze der SPD in Berlin sogar gefährlicher sein als ein schlechtes Abschneiden der Partei bei der gleichzeitig stattfindenden Europawahl.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Ob der Wahlausgang im kleinen Bremen tatsächlich über das Schicksal von Andrea Nahles entscheidet oder solche Spekulationen eher zur Mobilisierung aller Kräfte dienen, sei dahingestellt. Für Bremen selbst wäre eine Ablösung der SPD, deren Netze dort bis tief in etliche Behörden hinein reichen, in jedem Fall eine Zäsur.

          Es ist allerdings völlig offen, ob es tatsächlich so kommt. Sicher scheint nur, dass sich die Parteienlandschaft in Bremen am 26. Mai neu ordnet. Die Bürgerschaft wird künftig vermutlich aus sechs Fraktionen bestehen. Die bisherige rot-grüne Koalition dürfte im Zuge dieser Pluralisierung ihre Mehrheit verlieren und die SPD von Bürgermeister Carsten Sieling noch einmal deutlich an Zustimmung einbüßen. In den Umfragen liegt sie derzeit mit rund 25 Prozent Kopf an Kopf mit der weiterhin schwachen CDU, die den Unternehmer und Politikneuling Carsten Meyer-Heder als Spitzenkandidaten aufbietet.

          Welche der 16 zur Wahl zugelassenen Parteien am ehesten Ihre politischen Ansichten vertreten, können Sie hier mit dem Wahl-O-Mat testen:

          Wer vertritt Ihre Meinung in Bremen?
          Wer vertritt Ihre Meinung in Bremen?

          Testen Sie, welche Partei Ihren Ansichten am ehesten entspricht.

          Zum Wahl-O-Mat

          Die Grünen, die der langjährigen Finanzsenatorin Karoline Linnert eine abermalige Spitzenkandidatur verweigert haben, schaffen es trotz ihrer Rekordwerte auf Bundesebene und ihrer traditionell starken Verankerung in Bremen in den Umfragen bisher nicht über zwanzig Prozent hinaus.

          Freuen kann sich hingegen die Linkspartei, die in Bremen mit Spitzenkandidatin Kristina Vogt weiter an Zustimmung gewinnt und derzeit deutlich über zehn Prozent gesehen wird. FDP und AfD liegen bei den Demoskopen zwar unter ihrem Bundestrend, jedoch klar über der Fünf-Prozent-Hürde. Im Bremerhaven könnten zudem die rechtsgerichteten „Bürger in Wut“ die Hürde überwinden und somit wie bei den vergangenen Wahlen einen Abgeordneten in die Bürgerschaft entsenden.

          Fast alle Beteiligten gehen derzeit davon aus, dass sich die Regierungsbildung dieses Mal nicht mehr oder minder direkt aus dem Wahlergebnis ergeben wird, sondern aufgrund der komplexen Ausgangslage in mehreren Schritten erfolgt. In den Planspielen gibt es eine ganze Reihe von Szenarien. Ausgeschlossen ist lediglich, dass die von Zerrüttung und merkwürdigen Vorgängen geprägte AfD bei der Koalitionsbildung eine Rolle spielt. Eine Beteiligung der Linkspartei an der Regierung – es wäre die erste in einem rein westdeutschen Bundesland – ist hingegen mehr als nur eine theoretische Option. Weder SPD, Grüne noch die Linkspartei selbst schließen ein gemeinsames Regierungsbündnis aus. Laut den Umfragen hätte Rot-Rot-Grün unter allen Koalitionen zudem die deutlichste Mehrheit.

          Hinzu kommt, dass die Landesverbände von SPD und Grünen in Bremen als linksorientiert gelten, während sich die Linkspartei in dem kleinen Bundesland vergleichsweise pragmatisch präsentiert. Die Voraussetzungen könnten also kaum besser sein. In den Verhandlungen wird es gleichwohl von entscheidender Bedeutung sein, dass die Linkspartei keine haushaltspolitischen Forderungen aufstellt, durch die der vom bisherigen rot-grünen Senat verfolgte Konsolidierungskurs hinfällig wird.

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