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Wahl in Mecklenburg-Vorpommern : Unschlagbare Schwesig

Manuela Schwesig lässt offen, mit wem sie nach der Landtagswahl regieren will. Bild: Imago

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt in ihrem Bundesland gut an. Bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag würde die CDU ihr gern gefährlich werden. Bloß wie?

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          Michael Sack weiß, dass es gleich so richtig abgeht. Der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern steht auf einem Schnellboot, geschützt vor dem Wind hinter der Fahrerkabine. Eine Schwimmweste über dem Sakko, die Hände an den Halteseilen. Es ist Wahlkampf im Nordosten, und das Boot bringt ihn raus zu einem Segelschoner, wo sich der Unternehmerverband Vorpommern zu Kaffee, Bier und Kuchen trifft. Noch tuckert das Schnellboot aber aus dem Hafen von Wolgast an der Ostsee, der Himmel ist grau, und das Wasser kräuselt sich. 200 PS habe der Motor, sagt Sack, und er wartet auf das Zeichen. Dann klopft der Kapitän gegen die Scheibe, der Motor dröhnt auf und drückt das Boot nach vorne. Sack packt das Halteseil fest, sagt „Da kommt noch was“ und lächelt, während das Boot losbrettert.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Wenn am nächsten Sonntag ein neuer Bundestag gewählt wird, dürfen die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auch gleich noch einen neuen Landtag wählen. Sack fordert die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der SPD heraus. Nur machen alle Umfragen der letzten Wochen sehr deutlich, dass er sie wohl nicht im Amt beerben wird. Denn auch wenn Sack unermüdlich durchs Land und übers Wasser fährt, will beim Wahlkampf seiner CDU nichts so richtig zünden. Auch Sack selbst hat der Partei nicht die nötigen PS gebracht. Zuletzt kam die SPD in einer Umfrage auf 39 Prozent, die CDU gerade einmal auf 14. Dazwischen landete noch die AfD mit 17 Prozent. Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten würden sich 65 Prozent für Schwesig entscheiden, elf Prozent für Sack. Dem Landesverband der Noch-Bundeskanzlerin droht ein Debakel.

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