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Oberbürgermeister in Görlitz : Kräftemessen vor der Kulisse

  • -Aktualisiert am

Aus der gesamten Partei erfährt Sebastian Wippel Unterstützung, hier besucht Alice Weidel Görlitz. Bild: EPA

Görlitz könnte die erste Stadt sein, in der die AfD den Oberbürgermeister stellt. Die politischen Gegner und sogar Prominenz aus Hollywood wollen das verhindern.

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          Der Wirt des Biergartens im Görlitzer Süden ist guter Dinge. „Am Sonntag gibt’s hier Party!“, sagt er und blickt stolz hinüber zu Sebastian Wippel. Der sitzt am Tisch mit gut einem Dutzend Bürgern und erläutert ihnen seine Pläne. Am Sonntag will der 36 Jahre alte Polizist und AfD-Landtagsabgeordnete Oberbürgermeister in Görlitz werden. Im ersten Wahlgang Ende Mai erhielt er mit gut 36 Prozent die meisten Stimmen, nun gibt es einen zweiten Wahlgang. Damit könnte die AfD zum ersten Mal ein Oberbürgermeisteramt gewinnen. Deswegen bietet die Partei alles auf, was Rang und Namen hat, um ihrem Kandidaten Rückenwind zu verschaffen. AfD-Chef Jörg Meuthen war schon in der Stadt, auch die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel. An diesem Dienstag sind zwei sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete angereist, ihre Stimmung ist zuversichtlich. Schon durch die enorme Aufmerksamkeit habe man gewonnen, egal, wie die Wahl ausgehe, sagt einer von ihnen. 60 Prozent der Görlitzer gingen bei der ersten Runde wählen, deutlich mehr als bei vergangenen Oberbürgermeisterwahlen.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Die 50.000-Einwohner-Stadt hat dieser Tage überregionale, ja weltweite Aufmerksamkeit. Anfang der Woche hat sich Filmprominenz aus Hollywood in einem Offenen Brief an die Görlitzer gewandt. Die Stadt war mit ihren 4000 Baudenkmälern, der komplett erhaltenen barocken Innenstadt und den intakten Gründerzeitvierteln schon Schauplatz von mehr als 100 Filmen, darunter zahlreiche Hollywood-Produktionen. Görlitz sei „eine Ausnahme-Schönheit, welche die Kriege unter uns Völkern nicht verheert hat“, heißt es in dem Brief, den etwa die Oscar-Preisträger Stephen Daldry und Brigitte Broch, die Schauspieler Daniel Brühl und Burghard Klaußner sowie der Schriftsteller Daniel Kehlmann unterzeichnet haben. „Bitte wählt weise!“, rufen sie die Görlitzer auf. „Gebt Euch nicht Hass und Feindseligkeit, Zwietracht und Ausgrenzung hin. Gebt nicht auf, wenn Dinge schieflaufen. Verratet nicht Eure Überzeugungen, sobald jemand behauptet, er könne die Dinge für Euch lösen!“

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