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Bundestagswahl 2017 : Gabriel hält Merkel für „schlagbar“

  • Aktualisiert am

Wer wem nach der nächsten Bundestags- und Bundeskanzlerwahl die Blumen überreichen wird, steht noch lange nicht fest. Die aktuellen vom 17. Juli stammten von Sigmar Gabriel und galten Angela Merkel, die am Vortag Geburtstag gehabt hatte. Bild: dpa

Jeder kann in Wahlen besiegt werden, also auch die Bundeskanzlerin: Sigmar Gabriel gibt sich in der K-Frage kämpferisch. Wer gegen Merkel antritt, könne per Urwahl entschieden werden – ein Vorschlag, der gar nicht von den Jusos stammt.

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          Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 für schlagbar – weil in einer „Demokratie jeder schlagbar“ sei. Die SPD werde „einen Kanzlerkandidaten aufstellen und um die Kanzlerschaft kämpfen“, sagte Gabriel der „Bild“-Zeitung vom Montag. Offen zeigte sich der Parteivorsitzende für den Vorschlag, den nächsten SPD-Kanzlerkandidaten in einer Mitgliederbefragung zu ermitteln, wie er selbst es schon 2014 vorgeschlagen hatte.

          Gabriel reagierte mit seinen Äußerungen zu den Chancen auf einen Sieg gegen Merkel auf Äußerungen des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD), der kürzlich gesagt hatte, die Sozialdemokraten sollten angesichts der Stärke der Amtsinhaberin auf einen Kanzlerkandidaten verzichten und sich darauf konzentrieren, Juniorpartner in einer großen Koalition zu bleiben.

          Urwahl zuletzt Forderung der Jusos

          Daneben antwortete er auch auf den schleswig-holsteinischen SPD-Fraktions- und stellvertretenden Bundesvorsitzenden Ralf Stegner, der zuvor schon die Möglichkeit einer Urwahl in Erwägung gezogen hatte, nachdem die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann diese gefordert hatte. „Ich habe immer großen Wert darauf gelegt, die direkte Beteiligung in der Partei zu erhöhen. Deshalb haben die Mitglieder auch über den Koalitionsvertrag abgestimmt“, sagte Gabriel nun.

          Zudem brächte ein Mitgliederentscheid über die Kanzlerkandidatur vor der Wahl eine große Mobilisierung für die SPD. „Dafür bräuchte es dann aber mehr als nur einen Kandidaten. Damit beschäftigen wir uns Ende 2016“, kündigte Gabriel an. Ob er selbst zur Kanzlerkandidatur bereit sei, ließ er abermals offen. „Mal abgesehen davon, dass es eine große Ehre und auch Verantwortung wäre, für dieses wichtige Amt nominiert zu werden: Zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl macht es keinen Sinn, über Kanzlerkandidaturen zu philosophieren“, sagte der Vizekanzler. In einer Forsa-Umfrage vom vergangenen Mittwoch hatten sich 61 Prozent der SPD-Anhänger bei der Kanzlerpräferenz gegen Gabriel ausgesprochen.

          Umfragewerte unverändert

          Auf eine Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten für 2017 hatten zuletzt die Jusos gedrungen. Das „Auskungeln eines Kandidaten“ wie 2013 dürfe es nicht mehr geben, hatte Uekermann in der vergangenen Woche in der „Welt“ gesagt.

          Unterdessen verharrt die SPD in der Wählergunst bei 24 Prozent und liegt damit weiter 19 Prozentpunkte hinter der Union (43 Prozent), wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid ergab. Einen Prozentpunkt hinzugewinnen konnte die Linkspartei, die nun mit zehn Prozent gleichauf mit den Grünen liegt. Ebenfalls einen Prozentpunkt zulegen konnte die AfD, die nun ebenso wie die FDP (unverändert) bei vier Prozent steht. Emnid befragte demnach vom 30. Juli bis 5. August 1858 Personen.

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