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Wagenknecht verteidigt sich : „Es ist nicht links, Probleme zu verschweigen“

  • Aktualisiert am

Steht für ihre Äußerungen nach dem Anschlag in Ansbach in der Kritik: Sahra Wagenknecht. Bild: dpa

Sahra Wagenknecht rechtfertigt ihre umstrittenen Äußerungen nach den Gewalttaten der vergangenen Woche. Der ehemalige Linken-Chef Gysi hat daraufhin einen kritischen Rat für seine Nachfolgerin.

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          Die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht hat ihre umstrittenen Äußerungen zu Flüchtlingen nach den jüngsten Gewalttaten gerechtfertigt. „In meine Presseerklärung wurden Dinge reininterpretiert, die ich weder gesagt noch gemeint habe“, sagte Wagenknecht dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Freitag. „Aber es ist auch nicht links, Probleme zu verschweigen.“

          Wagenknecht hatte nach dem Selbstmordanschlag von Ansbach erklärt, „dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges ’Wir schaffen das’ uns im letzten Herbst einreden wollte“. Nach heftiger Kritik aus der eigenen Partei räumte Wagenknecht Missverständnisse ein und erklärte, sie habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisieren wollen.

          Der Linken-Bundestagsabgeordnete Harald Petzold warf Wagenknecht vor, Ängste zu bedienen, um Protestwähler zurückzugewinnen. „Ich will nicht, dass wir zu einer linken AfD werden“, sagte er dem „Spiegel“. Petzold gehört zu den Unterzeichnern eines Aufrufs mit dem Titel „Sahra, es reicht!“. „Die Äußerungen von Dir sind ein Schlag ins Gesicht von uns allen“, heißt es darin. „Wir sind der festen Überzeugung, dass eine Linke, die rechts blinkt, nicht mehr auf dem richtigen Kurs ist.“

          Scharfe Kritik auch von Gregor Gysi

          Auch Wagenknechts Vorgänger als Fraktionsvorsitzender, Gregor Gysi, kritisierte ihre Aussagen deutlich. „Wir können Frau Merkel nicht von rechts kritisieren. Wenn, dann müssen wir sie von links kritisieren“, sagte Gysi dem SWR. Er warnte, dass die Linke durch solche Äußerungen an Profil verliere.

          „Immer wenn Du versuchst, beide Seite zu vertreten, also pro Flüchtlinge und bisschen gegen Flüchtlinge, dann gewinnst Du nicht die, die für Flüchtlinge sind und Du gewinnst auch nicht die, die gegen Flüchtlinge sind, sondern Du verlierst auf beiden Seiten“, sagte Gysi. „Das ist immer falsch und kurz gedacht.“ Seiner Nachfolgerin gab er den Ratschlag: „Vielleicht sollte sie sich jetzt eine Weile zur Flüchtlingsfrage einfach mal nicht äußern.“

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