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Partei Die Linke : Wagenknecht kandidiert nicht mehr als Fraktionsvorsitzende

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Will künftig nicht mehr Fraktionsvorsitzende der Linken sein: Sahra Wagenknecht Bild: EPA

Erst gab Sahra Wagenknecht bekannt, nicht mehr im Vorstand ihrer eigenen Sammlungsbewegung „Aufstehen“ stehen zu wollen. Jetzt will sie auch nicht mehr für das Amt als Fraktionsvorsitzende der Linken kandidieren.

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          Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht will im Herbst nicht mehr als Fraktionsvorsitzende kandidieren. Ein Fraktionssprecher bestätigte entsprechende Medienberichte. Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hatten zuerst davon berichtet. Wagenknecht ist seit 2015 gemeinsam mit Dietmar Bartsch Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei. Als Grund für ihren Verzicht gab die 49-Jährige gesundheitliche Gründe an.

          Zuletzt hatte Wagenknecht wegen einer nicht näher genannten Krankheit zwei Monate lang pausiert und deshalb auch beim Linken-Parteitag in Bonn gefehlt. In einem Brief an die Fraktionsspitze, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, schrieb Wagenknecht jetzt: „Inzwischen geht es mir wieder gut. Allerdings hat mir die lange Krankheit, deren Auslöser in erster Linie Stress und Überlastung waren, Grenzen aufgezeigt, die ich in Zukunft nicht mehr überschreiten möchte". Auch nach dem Ende ihre Zeit als Fraktionschefin „bleibe ich selbstverständlich politisch aktiv und werde mich weiterhin für meine Überzeugungen und sozialen Ziele engagieren“, schrieb sie weiter.

          Bis zum Herbst, wenn turnusmäßig die Neuwahl des Fraktionsvorstands ansteht, will Wagenknecht ihre Aufgaben als Fraktionsvorsitzende trotzdem weiter wahrnehmen. Danach bleibe sie selbstverständlich politisch aktiv und werde sich weiter für ihre Überzeugungen und sozialen Ziele engagieren.

          Stegner: Möglichkeit für neue Bündnisse mit den Linken

          Wagenknecht stand zuletzt wegen Alleingängen in der Flüchtlingspolitik in der Kritik der Linkspartei. In der Fraktion wurde sogar laut über einen Putsch nachgedacht – bis man sich im Januar wegen der anstehenden Landtagswahlen einen Burgfrieden aufzwang. Zwar hat Wagenknecht zuletzt viel von ihrer Schärfe früherer Jahre abgelegt, sie tritt aber immer noch für eine Überwindung des Kapitalismus in Deutschland ein. Sie zieht die Aufmerksamkeit eines Massenpublikums auf sich – in Talkshows ist sie gefragt. Im Bundestag ruft sie regelmäßig gereizte Reaktionen der anderen Parteien hervor.

          Wegen polarisierender Aussagen stand sie auch immer wieder im Zwist mit der Parteispitze um Bernd Riexinger und Katja Kipping. Nach Bekanntwerden von Wagenknechts Rückzug sagte Parteichef Riexinger den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland knapp: „Ich hoffe, dass Sahra Wagenknecht der Linken als wichtiges Gesicht weiter zur Verfügung steht.“

          Seit vier Jahren führt sie gemeinsam Bartsch die Bundestagsfraktion der Linken. Doch ihr Weg ins Spitzenamt war steinig. Sie sie hatte lange Zeit einen schweren Stand in der Partei: Als Mitglied der Kommunistischen Plattform war sie all jenen ein Dorn im Auge, die die Partei auf Regierungskurs trimmen wollen. Durch ihren Rückzug sieht der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner Chancen für neue Bündnisse mit den Linken. „Eine personelle Neuorientierung an der Spitze der Bundestagsfraktion der Linkspartei erleichtert es möglicherweise in der Zukunft, die Potentiale für eine progressive Regierungskoalition diesseits der Union auch zu realisieren“, sagte Stegner am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Option war mit Sahra Wagenknecht an der Spitze immer eher theoretischer Natur.“

          Rückzug auch in der Bewegung „Aufstehen“

          Am Samstag wurde bereits bekannt, dass Wagenknecht sich aus der Spitze ihrer linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ zurückzieht. Dieses Engagement hatte in der Linken-Fraktion für viel Streit gesorgt und auch den Zwist zwischen Wagenknecht und Parteichefin Kipping verschärft. Wagenknecht will künftig nicht mehr im Vorstand der Bewegung stehen. Wagenknecht hatte die Bewegung gemeinsam mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine vor einem Jahr gegründet, um linke Wähler zu erreichen, die sich von den klassischen Parteien abgewendet haben.

          Das Projekt war Anfang September gestartet und zählt heute nach eigenen Angaben rund 170.000 Unterstützer. Vier Wochen nach ihrer Gründung hatte die Bewegung bereits etwa 100.000 Unterstützer gemeldet. Anders als bei politischen Parteien muss man dafür keinen Mitgliedsbeitrag zahlen und kann sich einfach im Internet anmelden.

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