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Angst vor Ausbruch : Waffenruhe wegen Corona-Krise im Jemen?

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Jemen, Dhamar: Menschen untersuchen die Trümmer eines Gefangenenlagers. Bild: dpa

Im Jemen findet der Aufruf der Vereinten Nationen Widerhall: Die Konfliktparteien wollen sich wegen der Corona-Krise auf eine Waffenruhe einigen. Oppositionelle Gefangene sollen freigelassen und begnadigt werden.

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          Die Konfliktparteien im Jemen haben einem Aufruf zu einer Waffenruhe zugestimmt, um die Zivilbevölkerung vor der Corona-Pandemie zu schützen. Die jemenitische Regierung, die Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien begrüßten am Donnerstag einen entsprechenden Aufruf von UN-Generalsekretär António Guterres. Dieser hatte am Montag zu einer „sofortigen weltweiten Waffenruhe“ aufgerufen, um Zivilisten in Konfliktgebieten vor den verheerenden Auswirkungen der Pandemie zu schützen.

          Die Zustimmung der drei Konfliktparteien erfolgte am fünften Jahrestag des Einschreitens der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition in den Bürgerkrieg im Jemen. Konkrete Vorschläge zur Umsetzung einer Waffenruhe machte jedoch keine der drei Parteien.

          Bislang wurde im Jemen noch keine Infektion mit dem Coronavirus registriert. In dem Land ist die medizinische Grundversorgung bereits wegen jahrelanger Kampfhandlungen eingebrochen. Experten fürchten eine Katastrophe, sollte die Pandemie auf das Land übergreifen.

          Freilassung von inhaftierten Bahai

          Die politische Führung im Jemen hat nach Angaben von Menschenrechtlern die Freilassung aller im Jemen inhaftierten Bahai angekündigt. Dies habe der Präsident des Obersten Politischen Houthi-Rates, Mahdi al Maschat, in einer Fernsehansprache bekanntgegeben, teilte der Nationale Geistige Rat der Bahai in Deutschland am Mittwochabend in Berlin mit. Das Bahaitum ist eine weltweit verbreitete Religion mit rund acht Millionen Anhängern.

          Auch der wegen Spionage für Israel angeklagte Hamed bin Haydara werde begnadigt. Sein Todesurteil war erst am Sonntag bestätigt worden. Insgesamt sechs Bahai seien im Jemen zu Unrecht wegen ihrer religiösen Überzeugung inhaftiert. Die religiöse Gemeinschaft forderte, die Anklagen gegen 20 Angehörige der Glaubensgemeinschaft müssten nun auch fallengelassen werden.

          Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Zehntausende Menschen wurden in dem Konflikt getötet; bei den meisten Opfern handelt es sich nach Angaben von Hilfsorganisationen um Zivilisten.

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