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Vorwurf gegen SPD-Politiker : Von der eigenen Unschuld überzeugt

Angeklagter Held und seine Anwältin Ute Bottmann am Dienstag vor Prozessbeginn Bild: dpa

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Held muss sich wegen des Vorwurfs der Untreue vor Gericht verantworten – seine Anwältin attackiert die Staatsanwaltschaft, die folge politischen Interessen.

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          Marcus Held hat sich eine Thermoskanne Tee und eine Flasche Wasser mitgebracht. Vor dem Beginn des Prozesses am Landgericht Mainz stellt der SPD-Bundestagsabgeordnete beides auf den Tisch, wie Reisende im ICE, die sich auf eine lange Fahrt vorbereiten. Held scherzt mit seinen Anwälten, setzt sich für die Fotografen und Kameraleute auch ohne Maske in Szene. Er will offenbar jeden merken lassen: Am Ende dieser Fahrt, 15 weitere Prozesstage sind bis August angesetzt, wird er nicht nur straffrei, sondern auch rehabilitiert aus dem Gericht gehen. Seine Verteidigerin Ute Bottmann greift in ihren Eingangsbemerkungen, die das Gericht als Stellungnahme Helds aufnimmt, auch die Staatsanwaltschaft an, nennt die Ermittlungen „einseitig“. Es handele sich um eine von „politischen Interessen getragene Anklage“, sagt Bottmann am Dienstag.

          Timo Steppat
          Redakteur in der Politik.

          Die Staatsanwaltschaft will sich zu diesem Vorwurf auf Anfrage nicht äußern. Auch wenn einzelne Punkte im Laufe des fast drei Jahre währenden Verfahrens fallen- oder von der Kammer nicht zugelassen wurden, geht es noch immer um Untreue, Betrug und Bestechung, die ihm vorgeworfen werden.

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