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Vorwürfe aus Moskau : Das Geschwätz von der Vertuschung

Russlanddeutsche demonstrieren am vergangenen Sonntag in Villingen-Schwenningen Bild: dpa

Russland betreibt ein durchsichtiges Spiel: Der Vorwurf des russischen Außenministers Lawrow, Berlin vertusche eine Vergewaltigung, hat politische Motive – und treibt einen Keil in die deutsche Gesellschaft.

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          Sollte ein 13 Jahre altes Mädchen entführt und vergewaltigt worden sein, wäre das ein schlimmes Verbrechen, das mit einer hohen Freiheitsstrafe zu ahnden wäre. Staatsanwaltschaft und Polizei in Berlin, wo ein solches Verbrechen begangen worden sein soll, sind entsprechenden Vorwürfen nachgegangen und haben nach eigenem Bekunden keine Hinweise auf die behauptete Tat gefunden.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Der russische Außenminister Lawrow weiß es aber ganz genau; die deutschen Behörden wollten den Fall – es handelt sich um ein Mädchen aus einer russischstämmigen Familie – vertuschen. Warum? Weil die angeblichen Täter Migranten gewesen sein sollen. Die behauptete Analogie zu dem Geschehen in der Silvesternacht in Köln liegt auf der Hand.

          Die Bundesregierung hat Lawrows Unterstellung zurückgewiesen – völlig zu Recht, handelt es sich doch um ein durchsichtiges Spiel, einen von der russischen Propagandamaschinerie kräftig befeuerten Versuch, Deutschland zu diskreditieren und die russischstämmige Bevölkerung für Moskau einzunehmen.

          Dass ähnliche Vorwürfe aus dem Milieu von AfD, NPD und Pegida, Putins deutschen Jubelchören, kommen, spricht für sich, spricht deshalb aber noch lange nicht dafür, wahr zu sein. Eher handelt es sich um dummes Verschwörungsgeschwätz.

          Es macht hellhörig, dass der russische Außenminister von „unserem Mädchen Lisa“ spricht, so, als reklamiere er eine Art Zuständigkeit auch für die „Russen“ in Deutschland. Das wäre eine interessante Variante der Putin/Medwedew-Doktrin, die eine Verantwortung Moskaus auch für Russen im Ausland reklamiert. Womit sich auch schon mal eine Intervention begründen lässt – wie zum Beispiel die in der Ukraine.

          Die Deutschen sollten sich vom Vertreter eines Staates, dessen Gerichte auf Anweisung reagieren und der Rechtsstaatlichkeit offenkundig für eine Torheit des Westens hält, nicht für dumm verkaufen lassen. Denn der Minister Lawrow, ganz treuer Adlatus seines Herrn, verfolgt allein politische Absichten mit seiner bösen Behauptung. Aber klar ist, dass der Fall vollständig aufgeklärt werden muss. Wenn es sich um „Kindesmissbrauch“ gehandelt haben soll – in welchem sozialen Umfeld auch immer – ist das ebenso verwerflich und auch eine schwere Straftat.  

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