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Rücktritt : Vorstand Diefenbach: AfD ist gescheitert

Zurückgetreten: das frühere Bundesvorstandsmitglied Beatrix Diefenbach Bild: Michael Kretzer

Beatrix Diefenbach gehörte dem Bundesvorstand an, ihr Ehemann Herbert Frohnhofen dem Landesvorstand in Hessen. Nun sind sie von ihren Ämtern zurückgetreten. Sie werfen der Partei unter anderem Rechtsbruch vor.

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          Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Beatrix Diefenbach und ihr Ehemann, Hessens stellvertretender Landesvorsitzender Herbert Frohnhofen, haben den sofortigen Rücktritt von ihren Ämtern in der AfD erklärt. In einer E-Mail an den Bundesvorstand, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, begründete Diefenbach ihre Entscheidung mit der Entwicklung der Partei in den vergangenen Monaten. „Wir können das Klima und den Missklang, der sich durch sämtliche Ebenen zieht, nicht länger mittragen. ... Unsere einst so hehre Vision und unser gemeinsames Projekt sehe ich als gescheitert an“, schrieb Diefenbach.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In einer öffentlichen Erklärung nannte das Ehepaar weitere Gründe für den Rücktritt. So sei bei der Gründung der AfD-nahen Erasmus-Stiftung ein Rechtsbruch begangen worden. Im Februar 2014 hatte der Erfurter Parteitag beschlossen, die Gründung einer Stiftung falle „in die Kompetenz des Bundesparteitages“, so das Protokoll. Am 20. März 2015 hatte sich die Erasmus-Stiftung hingegen ohne Beschluss eines Parteitages gegründet. „Warum treten wir gesellschaftlich für das Einhalten des Rechts ein, wenn wir in der eigenen Partei einen bedeutsamen Beschluss des Parteitags schlichtweg übergehen?“, schrieben Diefenbach und Frohnhofen in ihrer Erklärung.

          Zudem stünden in den Leitungsgremien der Partei „zunehmend Egomanien und das Streben nach Macht im Mittelpunkt“. Die dabei praktizierten „Methoden widern uns an und entsprechen nicht unserem Werteverständnis“. Im Kampf der Parteiflügel gingen Mitglieder mit „Diffamierungen“ gegeneinander vor, „die man bislang nur vom politischen Gegner kannte“. In einer E-Mail an alle Mitglieder, die der F.A.Z. vorliegt, hatte jüngst auch der Bundesvorsitzende Konrad Adam vor Fehlentwicklungen gewarnt. Die AfD finde „mit Flügelbewegungen und Durchmarschversuchen mehr Aufmerksamkeit“, als ihr lieb sein könne. Als ein „Verein von Fachleuten“ oder „lauter Oberlehrern“ werde die Partei keinen Erfolg haben, schrieb Adam.

          In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Diefenbach und ihr Mann hätten ihren Austritt aus der Partei erklärt, was sie am Freitagabend tatsächlich auch getan hatten. Am Sonntag aber teilten beide einer Gruppe von Parteifreunden mit, sie hätten angesichts einer „Solidaritätswelle“ entschieden, doch als einfache Mitglieder in der AfD zu bleiben.

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