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Vorschlag zur Spaltung der AfD : Meuthens Selbstisolation

Schwer zu trennen: Jörg Meuthen, Björn Höcke und Alexander Gauland im Oktober Bild: Stefan Boness/Ipon

Mit seinem Vorschlag, den „Flügel“ von der Partei abzuspalten, könnte der AfD-Chef zu weit gegangen sein. Damit hilft er jenen, die er bekämpfen will.

          3 Min.

          Es ist keine zwei Wochen her, dass Jörg Meuthen, der Parteivorsitzende der AfD, im Bundesvorstand einen Erfolg errang. Nach langer Diskussion setzte er durch, dass der „Flügel“ um den Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke und den Brandenburger Parteichef Andreas Kalbitz ultimativ zur Auflösung verpflichtet wurde. Selbst Alexander Gauland, als Vorsitzender der Schutzpatron der beiden Politiker vom rechtsextremistischen Rand der AfD, stimmte der Auflösung widerwillig zu. Und Höcke und Kalbitz beugten sich unter Murren dem Beschluss. Meuthen hatte die Entscheidung des Bundesamts für Verfassungsschutz vom 12. März genutzt,um diesen Pflock einzuschlagen. Denn die Sicherheitsbehörde hatte den „Flügel“ als extremistische Bestrebung eingestuft, die zu beobachten ist.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Nun ist Meuthen noch einen Schritt weiter gegangen – und es könnte sein, dass es ein Schritt zu viel war. Er schlug vor, dass der „Flügel“ eine eigene Partei gründen könnte. Denn Höcke, Kalbitz und deren Anhänger kosteten der AfD „ganz massiv Wählerstimmen im bürgerlichen Lager“, so Meuthen in einem Interview mit der Online-Plattform „Tichys Einblick“. Zugleich verhinderten die Ansichten des „bürgerlich-konservativen Teils der AfD“, zu dem sich Meuthen zählt, noch bessere Ergebnisse beim Wählermilieu der Extremen.

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