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Vorschlag aus der Union : Bloß keine längeren Weihnachtsferien

  • -Aktualisiert am

Zwei Schülerinnen nach dem letzten Schultag vor den Weihnachtsferien in Frankfurt (Archivbild) Bild: dpa

Endlich haben die meisten Schüler wieder einen festen Tagesablauf. Sie bald schon wieder in lange Ferien zu schicken, würde ihre Bildung gefährden.

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          Wer den jüngsten Vorschlag zweier Unions-Bundestagsabgeordneter zu einer Verlängerung der Weihnachtsferien hört, wird erleichtert sein, dass der Deutsche Bundestag nicht über Schulferien zu befinden hat. Der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß hatte vorgeschlagen, „die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu verlängern und im Sommer entsprechend zu kürzen“. Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger ergänzte: „Das Wohl der Schüler und Lehrer muss im Vordergrund stehen“.

          Abgesehen davon, dass der Vorschlag nicht ganz neu ist – im Frühjahr hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sich für kürzere Sommerferien ausgesprochen, um Lücken des Lockdowns nachzuholen – entspricht er dem Wohl der Schüler ganz gewiss nicht.

          Eltern brauchen Verlässlichkeit

          In sechs Wochen Weihnachtsferien würde all das vergessen, was in mühsamer Arbeit in den ersten Wochen nach dem Beginn des neuen Schuljahrs nachgeholt wurde. Wenn es einen sehr gut belegten Befund aus der Bildungsforschung gibt, dann sind es die Verluste des Gelernten gerade in langen Ferien. Abgesehen von den Folgen für die Lernfortschritte ist es denkbar ungeschickt, Eltern nach den Aufregungen um das Beherbergungsverbot und abgesagte Herbstferien nun schon wieder zu verunsichern. Gerade in solchen Krisenzeiten brauchen Kinder und Jugendliche einen festen Tagesablauf und die Begegnung mit den Gleichaltrigen.

          Und Eltern brauchen Verlässlichkeit, um ihrer Arbeit auch unter widrigen Bedingungen nachzugehen. Bisher deutet nichts darauf hin, dass Schulen zu Infektionsherden wurden. Wieso können dann auch Bundestagsabgeordnete, die zu Ferienregelungen ohnehin nichts zu sagen haben, nicht einfach mal die Infektionsentwicklung abwarten und dann die entscheiden lassen, die dafür zuständig sind? Das sind noch immer Kultusminister und Ministerpräsidenten.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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